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Neueste Ergebnisse der Beurteilung des Nutzen von Cannabis bei SchmerzpatientInnen

Eine nicht weiter benannte Arbeitsgruppe hat einen systematischen Review mit Metaanalyse durchgeführt, um den Nutzen von Cannabis und Cannabinoiden bei chronischen Schmerzpatienten zu untersuchen, die vielleicht schon mit Opioiden und anderen sonst wirksamen Analgetika (Schmerzmittel) behandelt wurden.
Es stellte sich heraus, dass von Schmerzen geplagte chronisch Kranke, zu denen TumorpatientInnen und Nicht-TumorpatientInnen gehören, die zwanzig Prozent aller Menschen ausmachen, nur eine geringe beziehungsweise sehr geringe Verbesserung der Intensität ihrer Schmerzen selbst beobachteten.
Für die Studie wurde allerdings inhalativ angewandtes Cannabis als Alternative zu anderen Schmerzmitteln nicht beurteilt, da diese Form des medizinischen Cannabis eine zu kurze Nachbeobachtungszeit ergab. Weitere Analysen müssen daher folgen, um auch inhalatives Cannabis auf seinen Nutzen zu beurteilen.
Die Arbeitsgruppe befasste sich daher ausschließlich mit 5.174 Probanden aus älteren Studien, die entweder Cannabidivarin, Tetrahydrocannabinol, kurz THC, oder eine Kombination von THC und topischem, lokal angewendetem Cannabidiol (CBD) bekamen. Die Nachbeobachtungszeit musste auch mindestens einen Monat bis 5,5 Monate betragen. Alle Daten der Studien waren randomisiert und kontrolliert und verglichen Cannabis-Therapien mit einer Placebo-Kontrolle oder mit Analgetika anderer Herkunft in Kapsel- oder Spray-Applikation (Darreichungsform) sowie als Sublingualtabletten. Anschließend wurden alle Teilnehmer der neuesten Analyse mit Fragebögen und mit Hilfe visueller Einschätzung befragt.
Das Ergebnis war demnach ernüchternd, denn zu der erwarteten geringen bis sehr geringen Verbesserung der Schmerzintensität mit besserer Schlafqualität und körperlicher Leistungsfähigkeit gesellten sich Nebenwirkungen, von denen vorübergehend Übelkeit/Erbrechen, Schläfrigkeit und Schwindel vermehrt auftraten.
Nicht alle Leitlinien haben aber im Vorhinein der Analyse Cannabis oder Cannabinoide empfohlen. Einige haben sie bislang nämlich nur bei erfolglosen anderen Therapieversuchen empfohlen oder bei bestimmten Schmerzarten oder palliativ; manche aber auch gar nicht.
Ob Cannabis trotzdem irgendwann eine Behandlungsoption als inhalative Verabreichung ist, werden weitere Untersuchungen zeigen.

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