Wissenschaft

Darmkrebs-Prävention senkt Inzidenz und Mortalität

Immer noch erkranken in Deutschland jährlich 60.000 Menschen an Darmkrebs neu, auch versterben 25.000 daran, obwohl jeder Bundesbürger seit dem Jahr 2002 einen Anspruch auf eine regelmäßig durchgeführte Darmspiegelung (Koloskopie) hat.
Seit dieser Zeit gehört die Darmspiegelung zur gesetzlichen Regelleistung der Krankenkasse, die auch im Notfall, bei einem positiven Stuhltest, von den Krankenkassen bezahlt werden muss.
Seit der fast vor 20 Jahren eingeführten Vorsorge-Darmspiegelung ist es aber auch gelungen, die Neuerkrankungs- und Sterblichkeitsrate zu senken. Immerhin erkranken heute weit weniger Menschen an Darmkrebs als noch vor 19 Jahren. Auch die Heilungschancen sind erhöht. Die Neuerkrankungsrate ist gerade bei den über 55-Jährigen drastisch um 25 Prozent abgesunken, während die Mortalitätsrate bei Frauen um 36 Prozent gesunken ist und bei Männern um sogar 40,5 Prozent.
Aus der Originalarbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg geht hervor, dass sich diese Entwicklung in allen Altersstufen und bei beiden Geschlechtern durchgesetzt hat, aber vor allem bei den Ü-55-Personen besonders auffällig ist. Bei ihnen ist die Effektivität des Screenings zur Darmkrebsprävention des Kolons und des Rektums sehr groß.
Die Effektivität hängt dabei aber auch von der Lokalisation des Tumors im Darm ab. Je weiter ein Tumor oder Vorstufen im Darm von der Körpermitte entfernt anzutreffen sind (distale Lage des Tumors), desto eher verzeichnen die Experten des DKFZ gute Rückgangsraten von Neuerkrankungen beziehungsweise der Sterblichkeit. Darmtumore und dessen Vorstufen sind endoskopisch schlechter zu erkennen, wenn sie im oberen Darmabschnitt sitzen (proximale Karzinome), das sollte auf jeden Fall für die Analyse der Inzidenzen mitberücksichtigt werden.
Fachleute des DKFZ wissen jedoch auch, dass eine Halbierung der jetzigen Neuerkrankungs- und Sterberate möglich ist, wenn Zielgruppen durch besser verständliche Programme noch effizienter angesprochen werden könnten. Das könnte dann in den nächsten zehn Jahren zielführend sein, allerdings nur durch Motivation mit den richtigen Instrumenten zur Darmkrebs-Prävention, denn nur etwa 50 Prozent der über 50-Jährigen haben in ihrem Leben erst mindestens eine Darmspiegelung in Anspruch genommen.
Anspruch auf eine Koloskopie hat aber jeder erwachsene Bundesbürger über 50 Jahre.
Frauen können sich zwischen 50 und 54 Jahren jährlich kostenlos für einen Stuhltest auf okkultes Blut entscheiden. Sollte dieser positiv sein, erfolgt eine Darmspiegelung auf Kosten der Kassen. Über 55-jährige Frauen können dann alle zwei Jahre einen Stuhltest machen und auch zwei Darmspiegelungen im Abstand von fünf Jahren.
Bei Männern ab 55 Jahre gilt Gleiches, allerdings darf das männliche Geschlecht im Alter von 50 bis 54 Jahre zwischen einem Stuhltest und einer Koloskopie alle fünf Jahre wählen, weil Männer ein höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken.
Es werden auch alle gesetzlich Versicherten im Alter zwischen 50 und 65 Jahren zu Darmkrebs-Screenings automatisch mit einem Schreiben eingeladen, das alle wichtigen Informationen in verständlicher Sprache enthält, das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seinen Richtlinien so geregelt.

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