Wissenschaft

CED: Möglicher zukünftiger Therapieansatz?

Es scheint einen möglichen neuen Therapieansatz bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu geben, davon berichten jedenfalls Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen bei Nürnberg im Fachblatt „Nature Cell Biology“, die mit kanadischen Kollegen ein selbsthergestelltes Kunstmodell ausprobiert haben.
Auch an Gewebe von Mäusen und Erkrankten wurde ein hormonähnlicher Botenstoff, das Prostaglandin E2 mit Erfolg getestet.
Demnach verstehen alle Forschenden erst allmählich und noch bruchstückhaft, warum 400.00 Menschen allein bundesweit an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die zu den CED gehören, erkranken:
Darmflora-Bakterien und eine Fehlsteuerung des Immunsystems spielen bei Betroffenen eine Schlüsselrolle. Bei diesen Menschen sterben Epithelzellen des Darms vermehrt ab, sodass es zum übermäßigen Zelltod und somit zur (Zer-)Störung der Darmbarriere kommt. Die Darmwand wird dann für Bakterien durchlässiger, die dann Entzündungen auslösen und das Fortschreiten der Krankheit forcieren.
Prostaglandin E2 kann jetzt ins Spiel kommen, das die Epithelzellen vor einer Art von bestimmtem Zelltod (Nekroptose) bewahrt. Die Botenstoffe werden vermehrt bei Entzündungen freigesetzt und lösen einen Entzündungsprozessregulierungs-Mechanismus aus. Prostaglandin E2 muss dabei an Rezeptoren mit Namen EP4 auf Epithelzellen andocken. Haben Betroffene viele dieser EP4-Rezeptoren, dann zeigen sie einen milderen Verlauf ihrer chronischen Krankheit, die noch nicht geheilt werden kann und ein höheres Risiko für Darmkrebs zeigt. Umgekehrt bei Wenigen führt dies zu einem schweren Krankheitsbild. Für die Behandlung von CED-Patienten kann man sich die Forschungsergebnisse zunutze machen, erklären die Wissenschaftler der FAU.

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