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Krankenhaus Rating Report: Stationäre Einrichtungen stecken in der Klemme

Im stationären Sektor müssten sich Krankenhäuser langsam auf einen Wandel einstellen, das meinen Experten auf dem Hauptstadtkongress, der kürzlich in Berlin stattfand, unter anderem der Gesundheitsökonom Boris Augurzky, der am Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung arbeitet und einer der Autoren des Krankenhaus Rating Reports ist.
Das Wachstum der Krankenhaus-Fallzahlen sei danach endgültig gebrochen. Laut Studienlage geht man von einem Rückgang der Fallzahlen von fünf bis zehn Prozent aus, weil auch die Prozesse im ambulanten Sektor ab 2022 optimiert werden.
Augurzky sieht in seiner Prognose noch düstere Aussichten mit Überkapazitäten und Problemen, die eigentlich schon seit 20 Jahren bestehen, die jetzt nur offensichtlich werden. Bleiben die Fallzahlen auf so niedrigem Niveau wie 2021 werden seiner schlechten Prognose zufolge vielleicht sogar 2022 71 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland defizitär arbeiten; 2030 dann schon 84 Prozent. Neue Ziele müssten laut Augurzky anvisiert werden, um gut durch dieses Jahrzehnt zu kommen, das zusätzlich von Teilzeitarbeit und dadurch sinkende Sozialversicherungsbeiträge, Work-Life-Balance, zu vielen alten Menschen und zu wenig Jungen in der Pflege geprägt ist.
Der Experte des RWI – Leibniz Institutes setzt auf intelligente Lösungen, die aus oben genannten Gründen Arbeit sparen.
Krankenhäuser müssten nicht nur Orte der stationären Versorgung bleiben, sondern Facharztzentren für die ambulante Versorgung, die ganzheitlich grundversorgen und die durch universitäre Strukturen an der Spitze delegiert werden. Außerdem müssten Krankenhäuser und Kliniken unternehmerischer im Denkprozess agieren.
Auch Andreas Schlüter als Knappschaftskrankenhaus-Geschäftsführer hält ähnliche Szenarien für denkbar, denn schon 2021 arbeiten seiner Prognose zufolge 50 Prozent aller stationären Einrichtungen defizitär. Kosten und Personal würden steigen, nicht aber Ausgleichszahlungen für leere Betten, die ab Juni 2021 wegfallen.
Gleichzeitig haben Hausärzte wegen der Corona-Pandemie weniger zu tun, weil viele Patienten Angst haben, sich in den Praxen zu infizieren. Folglich gehen Krankenhauseinweisungen zurück, sodass die Auslastung des stationären Sektors erheblich reduziert ist.

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