Wissenschaft

Diabetes mellitus in Abhängigkeit von anderen Begleiterkrankungen

Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) gingen der Frage in einer Studie nach, ob Diabetes mellitus – bei Frauen und Männern getrennt gesehen – mit Adipositas, kardiovaskulären Ereignissen und Depressionen in Zusammenhang steht.
Dazu analysierten sie vertragsärztliche Daten von Abrechnungen aller GKV-Patienten aus dem Jahr 2019. Voraussetzung war allerdings ein ambulanter Kontakt zu einem Arzt und bei den Diabetikern, eine gesicherte Diagnose mit mindestens einem Kontakt auf zwei Quartale verteilt. Die Gruppen wurden nämlich in weibliche und männliche Probanden unterteilt und jeweils in nachgewiesene Diabetiker und Nicht-Diabetiker.
Dann wurde jedem Diabetes-Erkrankten ein Nicht-Diabetiker alters-, geschlechter- sowie wohnortabhängig zugeordnet:
Bei den Frauen steigert sich die Prävalenz mit steigendem Alter wie bei den Männern. Während in der Gruppe der 30 bis 59-Jährigen weiblichen Probanden die Prävalenz nur bei 4,4 Prozent (Männer: 6,2 Prozent) liegt, ist sie bei den 60-79-Jährigen schon bei 20,2 (27,2) Prozent und bei den über 80-Jährigen bei 31,9 (36,2) Prozent. Die Prävalenz steht dabei in der Epidemiologie für eine Kennzahl der Krankheitshäufigkeit.
In Bezug auf Adipositas bedeutet das Ergebnis, dass Frauen und Männer eine 3,8 beziehungsweise 3,7-fach höhere Prävalenz zeigen, wenn sie an einem Diabetes mellitus erkrankt sind.
Bei Frauen im Alter zwischen 18- und 29 Jahren ist der Unterschied in der Krankheitshäufigkeit allerdings am meisten ausgeprägt. In dieser Altersgruppe steht der Diabetes bei Frauen in einem engen Zusammenhang zu starkem Übergewicht (BMI größer 30).
Auch kardiovaskuläre Ereignisse mit Bluthochdruck und andere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit (KHK) sowie Schlaganfälle sind bei Frauen und Männern über alle Altersklassen von der „Zuckerkrankheit“ in Abhängigkeit zu sehen.
Bei Frauen sind Depressionen zudem ausgeprägter, während viele Männer unter der Koronaren Herzkrankheit leiden. Männliche Diabetiker zeigen beispielsweise eine 1,8-fach erhöhte Prävalenz im Gegensatz zu Männern ohne Diabetes. Frauen mit Diabetes haben in 26,9 Prozent der untersuchten Fälle unter Depressionen zu leiden, weibliche Nicht-Diabetiker hingegen nur zu 19,8 Prozent, sodass die Forscher über aller Altersstufen hinweg eine Krankheitshäufigkeit um das 1,4 -fache bei diabetischen Frauen ermittelten.

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