Kostenträger

Alles Wichtige rund um eine Diabetes-Erkrankung und die Kosten für die GKV

Diabetes ist in Deutschland mittlerweile eine Volkskrankheit, weil geschätzt etwa acht Millionen Diabetiker unter uns leben. Hinzu kommt noch, dass zwei Millionen Menschen von ihrer Diabetes-Erkrankung gar nichts oder noch nichts wissen, weil die Zuckerkrankheit noch nicht diagnostiziert wurde. Die meisten Betroffenen leiden an Diabetes vom Typ 2.
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat gerade erst ein Faktenblatt herausgegeben, in dem auch Zahlen zu Typ-1-Diabetikern nach Schätzungen veröffentlicht wurden:
Demnach leben mit dieser Krankheit, die eine Autoimmunerkrankung darstellt, 341.000 Erwachsene und 32.000 Kinder und Jugendliche. Bei ihnen ist im Gegenteil zum Typ-2-Diabetes nicht der Lebensstil prägend und verantwortlich, sondern eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen im Pankreas (Bauchspeicheldrüse).
Interessant ist, dass auch bei den Menschen mit Diabetes vom Typ 1 die Neuerkrankungsrate rapide ansteigt, mit drei bis fünf Prozent pro Jahr. Die Gründe dafür kennen Fachleute allerdings (noch) nicht. So erhalten etwa 3.500 junge Menschen und 4.150 Erwachsene diese Diagnose, die bei den Älteren über 35 Jahre meist zufällig diagnostiziert wird, denn in diesen Fällen gehen die behandelnden Ärzte zuerst auch von einem Typ-2-Diabetes aus.
Werden allerdings Antikörper gegen körpereigene Strukturen der Bauchspeicheldrüse bei Untersuchungen gefunden, ist die Sache klar. Meist benötigen die sogenannten LADA-Diabetiker dann über sechs Monate kein Insulin. LADA steht dabei für den englischen Begriff „latent autoimmune diabetes in adults“, also übersetzt: verzögert einsetzender, autoimmun-bedingter Diabetes im Erwachsenenalter.
Bei den Diabetikern des Typs 2 gibt es jährlich etwa 600.000 Neudiagnosen. Neuerkrankungen kann man dies nicht nennen, da die Erkrankung meist viele Jahre lang unentdeckt bleibt. Die Lebenserwartung dieser Menschen ist oft geringer, da die Folgeschäden bei später Diagnose und Therapie immens sind. So leiden viele Betroffene unter dem sogenannten Diabetischen Fußsyndrom, das bis zur Amputation führen kann, unter Nierenschwäche und Netzhautschäden. Auch Herzinfarkte und Schlaganfälle können böse Folgen des Diabetes vom Typ 2 sein.
Diabetes mellitus vom Typ „Schwangerschaftsdiabetes“ oder „Gestationsdiabetes“ wird erst in der Schwangerschaft manifest. Er ist dann auch durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel gekennzeichnet, der sich meist nach neun Monaten wieder normalisiert. Betroffene mit diesem als Typ-4 bezeichneten Diabetes haben aber ein siebenfach erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes im Alter. Regelmäßige Kontrollen nach der Geburt des Kindes wären daher hilfreich und angebracht, doch des Öfteren nicht wahrgenommen.

Kostenentwicklung bedingt durch Diabetes

Da die Ostdeutschen häufiger Diabetiker sind – etwa jeder Sechste ist dort betroffen – sind die Ausgaben für die gesetzlichen Krankenkassen in Ostdeutschland höher. In Westdeutschland erkrankt etwa nur jeder Elfte bis Zwölfte.
Die Kosten steigen jedes Jahr und machen heutzutage schon elf Prozent aller Gesundheitsausgaben aus, obwohl  Kosten für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung noch gar nicht miteingerechnet sind.
Diabetiker sind aber 100 Prozent teurer als Menschen ohne diese Erkrankung. Sehr junge Diabetiker verbrauchen sogar das Dreifache im Laufe ihres Lebens.
Arzneimittel, Hilfsmittel, Schulungen und andere Medikamente sowie Therapien für Folge- und Begleiterkrankungen belasten das Budget der Krankenkassen. Außer den Kosten kommt aber auch noch viel Leid auf Betroffene zu, da betroffene Männer und Frauen im Durchschnitt eher sterben. Bei Männern ist die Lebenserwartung um vier bis sechs Jahre reduziert, bei Frauen um fünf bis sieben Jahre.
Viele Diabetiker vom Typ 2 könnten ihren Blutzuckerspiegel auch ohne Medikamente in den Griff bekommen, wenn sie ihren Lebensstil umstellen würden. Eine ausgewogene Ernährung mit reduzierter Kalorienaufnahme sowie Sport und Bewegung tragen zur Umstellung bei. Das gelingt heutzutage schon 50 Prozent der Diabetiker, die dann keine oralen Antidiabetika einnehmen müssen. 1,5 Millionen der derzeit acht Millionen Fälle benötigen jedoch regelmäßige Insulingaben.

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