Wissenschaft

Vier nicht-genetische Risikofaktoren für frühen Darmkrebs

Amerikanische Wissenschaftler haben in einer großangelegten Studie mit 60.000 Teilnehmern ohne und mit Darmkrebs die nicht-genetisch bedingten Risikofaktoren für ein Karzinom des Darms ermittelt, das in einem frühen Alter der Betroffenen auftritt.
Jeder achte Krebspatient ist nämlich ein Darmkrebspatient. 50 Prozent von ihnen sind älter als 70 Jahre, doch das Erkrankungsrisiko in frühen Jahren nimmt zu und somit auch die Prognose für einen schlechteren Ausgang der Erkrankung.
Die amerikanische Studie um Studienleiter Richard Hayes kann zeigen, dass vor allem vier Faktoren des Lebensstils und der Ernährung für den frühen Ausbruch von Darmkrebs verantwortlich gemacht werden können:
Ein hoher Konsum von rotem Fleisch schadet demnach am meisten, aber auch starker Alkoholkonsum und eine reduzierte Aufnahme von Ballaststoffen in der Ernährung. Als vierten Aspekt nennen die Experten ein niedriges Bildungsniveau der Probanden.
Zu ähnlichen Ergebnissen sind auch kanadische, japanische und australische Wissenschaftler in älteren Studien gekommen, die auch einen geringen Verzehr von Gemüse und Obst, inklusive Zitrusfrüchte, dafür verantwortlich machen, zudem einen hohen Body-Maß-Index (BMI), überwiegend sitzende Tätigkeiten und wenig Bewegung, Rauchen sowie eine Diabetes-Erkrankung.
Rauchen und einer hoher BMI, der zu Adipositas führt, werden aber erst für Darmkrebs ab über 50 Jahren mitverantwortlich gemacht, so die amerikanische Studie.
In den USA ist die Inzidenz für Darmkrebs von 1992 bis zum Jahr 2013 erheblich gestiegen. Lag sie vor rund 30 Jahren noch bei 8,6, so neigt sie heute dazu, sich fast zu verdoppeln. 2013 lag die Inzidenz schon bei 13,1 Darmkrebs-Fälle pro 100.000 Einwohner.
Die besorgniserregende Entwicklung seit den 1960er Jahren ist vor allem aber durch den rückläufigen Verzehr von Obst und Gemüse bedingt. Ein gleichzeitig eingesetzter Boom von Fertiggerichten und verarbeiteten Fleischprodukten sowie zuckerhaltigen Soft-Drinks führte laut Wissenschaftler-Team zu diesen dramatischen Ergebnissen der Studie. Vielen Betroffenen fehlen heutzutage Ballaststoffe in der Ernährung sowie auch Folsäure und Calcium.
Hayes´ Forschungsteam möchte Menschen wachrütteln, damit sie die individuelle Situation erkennen, die zu einer Belastung jedes Einzelnen und des Gesundheitssystems führt. Die Kenntnis über die Lebensstil-Risikofaktoren kann Menschen zum Umdenken bringen, glaubt er.

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