Kostenträger

Kritik an beginnenden Preisverhandlungen zu DiGA-Vergütungskonzepten

Professor Jürgen Wasem, Politikberater und Wissenschaftler des Bereichs Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen kritisiert die Rahmenvereinbarung zu den Vergütungsbeträgen, die Mitte April von der zuständigen Schiedsstelle für sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) getroffen wurde. Die Preisbildung nach Wert (Value-Based-Pricing), also die Kosten-Ergebnis-Relation wird von dem Wirtschaftswissenschaftler angezweifelt, weil die Nutzenmessung bei den neu eingeführten DiGA schwierig zu bewerten ist.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, prüfe bislang in Bewertungsverfahren nur die positiven Versorgungseffekte dieser „Apps auf Rezept“. Nach Wasems Meinung müsse der GKV-Spitzenverband jedoch eine Nutzenbewertung wie bei Arzneimitteln, die auch auf Zusatznutzen einer Vergleichstherapie beruhen, einführen, damit das richtige Resultat zu einem vernünftigen Preis herauskommt. Wasem erklärt weiter, dass die Datenbasis zum jetzigen Zeitpunkt zu dünn und uneinheitlich ist.
Auch andere Experten auf diesem Gebiet sind dieser Meinung, wie Ada Health-Fachfrau Anisa Idris. Ada Health ist ein bekannter Hersteller der DiGA. Die derzeitigen Vergütungsmodelle seien laut Idris nicht innovativ genug, weil Erhebung und Qualität der Daten immer noch herausfordernd sind.
Die Leiterin der Barmer Digitalabteilung, Regina Vetters, schlägt ein nutzungsabhängiges Vergütungskonzept vor, weil die Nutzung und die Patientenbindung zwei wichtige Kriterien für den durchschlagenden Erfolg der eingeführten DiGA sind. Digitale Gesundheitsanwendungen, die den Digitalisierungsansprüchen nicht genügen, dürften somit auch nicht in das Verzeichnis der „Apps auf Rezept“ aufgenommen werden.

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