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Schmerztherapie als multimodales Konzept

Die Behandlung von chronischen Schmerzen ist nicht einfach und erfordert einen interdisziplinären Ansatz, erklären Experten, die sich mit Schmerztherapien auskennen.
Grundvoraussetzung ist auch, dass der Patient an einem Strang zieht, damit seine Schmerzen verschwinden oder zumindest gelindert werden.
Schmerzmittel sind dabei immer nur ein einziger Baustein einer komplexen interdisziplinären Therapie, so Prof. Winfried Meißner als Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft.
Sie sollten so wenig und so niedrig wie möglich zum Einsatz kommen. Es sollte zudem immer mal wieder der Versuch gestartet werden, ganz auf sie zu verzichten. Nichtmedikamentöse Verfahren sind keine Alternative, aber immer eine gute Ergänzung bei Chronikern.
Oftmals sind Schmerzbehandlungen aber auch defizitär und fehlerhaft, erläutert der chefärztliche Leiter des Hamburger Krankenhauses Tabea, Jan-Henrich Stork, der sich mit multimodalen Therapien auskennt. Solche Behandlungen gibt es sowohl stationär als auch ambulant in Tageskliniken.
Er erklärt zudem, dass es an Konzepten nicht mangele, die Umsetzung in der ambulanten Versorgung allerdings schwierig sei. Behandelnde Hausärzte, Internisten und Orthopäden beispielsweise sollten Hand in Hand arbeiten, damit ein interdisziplinäres und multimodales Schmerztherapie-Konzept umsetzbar ist.
Alle Akteure des Prozesses sollten zudem die Ursache des Schmerzes kennen, dann ist ein gezielter therapeutischer Ansatz und die Bekämpfung des Schmerzes das Ziel.
Wenn verschiedene Fachbereiche zusammenarbeiten, dann muss aber auch der Patient bereit sein, sein Bestes zu geben und Körper sowie Geist aktiv halten.
Dabei ist die richtige Kombination der Schlüssel zum Erfolg. Passive und aktive Verfahren in der richtigen Zusammensetzung führen dahin, wobei die aktiven wie Entspannungsübungen- und techniken den passiven, beispielsweise Massagen, überlegen sind. Erstere können zur Veränderung der Schmerzwahrnehmung positiv beitragen.
Diverse Fachleute sind sich aber einig, dass eine multimodale Schmerztherapie, bestehend aus Physio,- Psycho- und Ergotherapie, effektiver ist als monodisziplinäre Behandlungen. Dabei gilt es Körper, Biologie, Psyche und die soziale Ebene eines Betroffenen mit einzubeziehen, aber auch die Anamnese nach Operationen und Verletzungen, genetische Prädispositionen, Denkmuster und Einstellungen von Schmerzpatienten. Aus der Summe dieser Faktoren entsteht letztlich die Kommunikation und Behandlung aller in den Versorgungsprozess Integrierten. Schmerz darf nie eindimensional, nur als Erkrankung, gesehen werden, sondern als Ganzes.

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