Kostenträger

GKV: Bilanz am Ende eines pandemiebedingten Jahres 2020

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die genauen Zahlen für Leistungsausgaben- und einnahmen der Krankenkassen, die coronabedingt auch Schwankungen unterlagen, für 2020 bekannt gegeben.
Danach haben alle Krankenkassen zusammengerechnet mit einem Defizit von 2,65 Milliarden Euro abgeschlossen. Leistungsausgaben von 262,6 Milliarden Euro lagen Einnahmen der Krankenkassen von etwa 260 Milliarden Euro, das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr 2019, gegenüber. Berücksichtigt man auch noch die Zuzahlungen, dann kommt man auf Leistungsausgaben von 266,8 Milliarden Euro, obwohl die Ausgaben durch die Corona-Pandemie im Jahresverlauf stark schwankten.
Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bereichen der Gesundheitsversorgung in Deutschland wurde für Krankenhäuser und Kliniken mit 82,2 Milliarden Euro am meisten ausgegeben. Die Krankenhauskosten hatten aber einen vergleichsweise geringen Anstieg mit einem Zuwachs von 1,3 Milliarden Euro (+1,7 Prozent) verbucht. Allerdings erhielten sie auch fast zehn Milliarden Euro aus Steuergeldern und sonstigen Ausgleichszahlungen für freigehaltene Betten und für die Erhöhung der Kapazitäten von Intensivbetten.
Ärztliche Behandlungen kosteten den Kassen mit einem Zuwachs von satten 7,3 Prozent 48,5 Milliarden Euro, gefolgt von Arzneimitteln mit einem Anstieg von 5,4 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro.
Zahnärzte hatten eine weitgehende Stagnation für ihre ärztlichen Behandlungskosten zu verzeichnen. Hier wurde nur ein Plus von 0,3 Prozent verbucht. Hilfsmittelausgaben lagen bei 9,8 Milliarden Euro, während Heilmittel der GKV 9,4 Milliarden Euro kosteten – ein Zuwachs von 2,3 Prozent. Allerdings sind Zahlungen aus dem Gesundheitsfonds und sonstige Ausgleichszahlungen nicht berücksichtigt.
Alle anderen Ausgaben für die Krankenpflege, Fahrkosten, Schutzimpfungen, et cetera lagen jeweils unter acht Milliarden Euro für das Jahr 2020.
Das BMG kommt aber zu dem Schluss, dass die Entwicklung der Krankenkassen-Bilanzen nicht zu Lasten der Arbeitgeber und Beitragszahler ausfielen, denn stabile Beiträge sind auch pandemiebedingt das Ziel von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Durch den zusätzlichen Bundeszuschuss und durch den Abbau der Finanzreserven, von denen am Stichtag Ende Dezember 2020 noch 16,7 Milliarden Euro übrig sind, wird Stabilität auch für das Jahr 2021 erwartet. Der Versichertenzuwachs lag auch nur bei 0,3 Prozent.
Alle Krankenkassen mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) verbuchten mehr oder weniger große Defizite. Die LKK erwirtschaftete einen Überschuss von 58 Millionen Euro, während die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), als Beispiel mit dem höchsten Defizit, hingegen ein Minus von 974 Millionen Euro einbrachten.
Außerdem erwirtschaftete der Gesundheitsfonds ein Defizit von 3,49 Milliarden Euro, weil es Mindereinnahmen und oben erwähnte Ausgleichzahlungen gab. Allerdings lag Mitte Januar 2021 die Liquiditätsreserve noch bei 5,9 Milliarden Euro. Die Reserve ist im letzten Jahr um 12,2 Milliarden Euro geschrumpft, weil davon pandemiebedingt Zahlungen nötig waren; wie schon oben genannt für Kompensationsleistungen und Ausgleichszahlungen, für Behandlungen in Reha-Einrichtungen nach einer schweren Covid-19-Infektion, Gelder für Tests und Schutzmasken, sowie für vieles mehr. 9,9 Milliarden Euro der 12,2 Milliarden Euro wurden vom Bund erstattet. 9,4 Milliarden allein schon für die freigehaltenen Bettenkapazitäten.
Das BMG sieht trotz der momentan schwierigen Gesundheitslage keinen Grund zur Besorgnis. Die gesetzlichen Kassen (GKV) werden auch 2021 auf eine stabile Finanzierungsgrundlage gestellt, die mit dem Maßnahmenpaket des Gesetzgebers gesichert wurde.
Außerdem ist der Zusatzbeitragssatz mit durchschnittlich 1,28 Prozent unter dem erwarteten Wert von 1,3 Prozent geblieben, weil 60 der 102 Kassen den Beitrag stabil gehalten haben und zwei ihn sogar abgesenkt hatten.

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