Kostenträger

BVMed entwickelt Positionspapier zur Hilfsmittel- und Homecare-Versorgung

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in einem Positionspapier die Erwartungen für die qualitativ hochwertige Versorgung von Patienten, die Hilfsmittel benötigen, herausgestellt und definiert. Der Verband stellt dabei drei neu entwickelte Anforderungen, die für die neue Bundesregierung maßgeblich sein sollen, heraus:

Entwicklung von neuen Qualitätskonzepten in der Versorgung von Menschen mit Hilfsmittelbedarf.

Der BVMed glaubt, dass nur ein bundeseinheitliches Qualitätscontrolling hilfreich ist. Von einheitlichen Vorgaben profitieren Patienten im Hinblick auf Methodik, Bewertungskriterien und Transparenz. Patienten können so leichter entscheiden, bei welcher Krankenkasse qualitativ welches Sachleistungsprinzip am geeignetsten ist, um sich mit Hilfsmitteln und Homecare-Artikeln am besten zu versorgen.

Integration von Leistungserbringern in die digitale Infrastruktur

Erst für das Jahr 2024 ist die Einbeziehung der Hilfsmittelversorger in die Telematikinfrastruktur (TI) vorgesehen. Zum gleichen Zeitpunkt auch die Einführung der digitalen Hilfsmittelverordnung, obwohl Patienten schon im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA) Gesundheitsdaten verwalten können und andere Leistungserbringer wie Ärzte in den Versorgungsprozess miteinbeziehen können. Der BVMed fordert daher eine kurzfristige digitale Einbeziehung der Leistungserbringer im Hilfsmittel- und Homecare-Bereich, um auch Doppelstrukturen zu vermeiden, denn bei den Versorgungsprozessen mit Verbandmitteln etwa, oder Trink- und Sondennahrung sowie Blutzuckerteststreifen, etc. gibt es sonst Überschneidungen.

Definition von Versorgungsanspruch im Homecare-Bereich:

Der BVMed hält hier die Neuausgestaltung der Regelung für dringend erforderlich, denn Patienten haben einen Anspruch auf ein strukturiertes Versorgungsmanagement, vor allem dann, wenn interdisziplinäre Versorgungsbereiche überschritten werden. Ziel ist es, die ambulante Versorgung stärker zu etablieren, während beispielsweise der stationäre Bereich entlastet werden muss. Es gibt demnach, vor allem bei einzelnen Indikationen, hohen Beratungs- und Betreuungsbedarf, der effizienter im ambulanten Bereich versorgt werden kann. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit einem Stoma (künstlichen Ausgang), Inkontinenz, chronischen Wunden und onkologischen Schmerzen sowie Betroffene mit Lähmungen, Multipler Sklerose, orthopädischer Immobilität, Infusionstherapien sowie seltenen Erkrankungen.
Der BVMed fordert, dass eine Ausgestaltung dieser drei neuen Regeln dringend erforderlich ist, damit die Selbstbestimmung und die Lebensqualität von Patienten mit Versorgungsanspruch nicht gefährdet ist. Dazu gehört auch, dass Homecare im SGB V verankert wird. Hilfsmittel und die entsprechenden Dienstleistungen dazu sind als Ganzes zu sehen und daher nicht entkopplungsfähig. Die Koordination von Hilfsmitteln und deren Produktlieferung, aber auch die dazugehörigen Homecare-Dienstleistungen, vor allem bei Patienten mit individueller intensiver Beratung und Betreuung, sind als sogenannte Homecare-Leistungen im Sozialgesetzbuch (siehe oben) zu verankern.

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