Wissenschaft

Magnetstimulation bei Stuhlinkontinenz verkürzt Zeit zur Muskelaktivierung

Wissenschaftler des Medical College of Georgia in den USA konnten in einer Studie mit 33 Menschen zeigen, dass Stuhlinkontinenz mit einer speziellen Form der Magnetstimulation, die schmerzfrei, nicht-invasiv und zielgerichtet ist, reduziert werden kann. Betroffen von Stuhlinkontinenz sind vor allem Frauen mit einem durchschnittlichen Alter um die 60 Jahre. Das könnte auch zur Erklärung beitragen, warum Schwangerschaften und die Entbindung Auslöser von Problemen sein könnten. Aber auch eine Vielzahl anderer Probleme, die zu mangelnder Stuhlkontrolle führen, wie beispielsweise Rückenverletzungen, Diabetes sowie Blasen- und Hämorrhoidenoperationen tragen dazu bei. Auslöser der Stuhlinkontinenz sind dabei Nervenschäden, das heißt, dass Personen mit verzögerter oder geschwächter Nervenreizleitung vermehrt zu signifikanter Stuhlinkontinenz-Problematik neigen. Nerven steuern dabei Muskeln, die an der Bewegung des Stuhls beteiligt sind. Nervenfunktionsstörungen im Anus (After) und im Rektum (Mastdarm) führen daher zu einer Fehlsteuerung von Muskeln. Muskelstimulations-Sitzungen einmal wöchentlich bis zu sechs mal hintereinander verschaffen den Betroffenen bereits Linderung ihrer Symptome. In einer dokumentierten Stimulation mit 23 Frauen von 33 Teilnehmern, die in drei verschiedene Gruppen mit jeweils ein Hertz, fünf Hertz und 15 Hertz eingeteilt waren, stach interessanterweise die Gruppe heraus, die die geringste Frequenz über eine Stunde lang erhielt. Für eine 15-Hertz-Hochfrequenz-Stimulation wurde nur gerade einmal 15 Minuten angesetzt. Diese war jedoch am uneffektivsten. Mit Hilfe von zwei unterschiedlichen Verfahren der Magnetstimulation zeigte sich, dass die Ein-Hertz-Probanden mit einer 90-prozentigen Reduktion der Stuhlinkontinenz am effektivsten behandelt werden konnten. Der Stuhlgang wurde danach besser gespürt und auch gehalten, was die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte. Ein-Hertz-Stimulationen lösen danach normale Reaktionszeiten aus, in denen Nerven Muskeln zur Tätigkeit anstoßen. Nervenfunktionsstörungen sind nämlich bei 80 bis 90 Prozent aller Patienten Ursache des Problems. Weitere Untersuchungen mit einer größeren Anzahl Teilnehmern müssen nun klären, wie lange der Nutzen einer Magnetstimulation im Niedrig-Frequenz-Bereich anhält.

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