Wissenschaft

Geriatrie: Ältere Menschen benötigen als Risikogruppe dringend Konzept in der Corona-Krise

Wenn Prophezeihungen von Corona-Experten stimmen, dann kann es sein, dass für sechs Prozent aller Deutschen intensivmedizinische Betreuung notwendig ist. Das würde heißen, dass etwa eine Million Menschen hierzulande von intensivmedizinischer Pflege im Krankenhaus betroffen sein könnten, vor allem Ältere mit Vorerkrankungen, die auch heute schon auf stationäre oder vor allem ambulante Pflege angewiesen sind, dann aber durch Engpässe der Personaldecke in Heimen oder bei ambulanten Pflegediensten in Krankenhäuser eingeliefert werden müssten. Engpässe des Personals in der Pflege kann es etwa durch Quarantänemaßnahmen, fehlende Kita- und Schulbetreuung oder aber Erkrankungen der Mitarbeiter in der Pflege geben. Die Direktorin der Klinik für Geriatrie am Uniklinikum Jena, die auch Leiterin der Arbeitsgruppe „Impfen“ der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist, Dr. Anja Kwetkat, warnt vor diesen Szenarien der pflegerischen Unterversorgung, die als Teufelkreis enden kann, wenn verantwortliche Krisenmanager und Gesetzgeber keine Lösungen der Enpass-Entzerrungen anbieten könnten. Konzepte in der ambulanten und stationären Pflege seien dringend notwendig, wenn viele Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen würden. Allerdings gibt es dann auch Engpässe bei Ärzten und Kliniken, die die Gruppe der älteren Patienten mit dem Risiko der Unterversorgung noch mehr belasten würde, wenn die Erkrankungsfälle weiterhin (rapide) steigen werden. Kwetkat fordert daher sogenannte Pflegestützpunkt-Netzwerke der Bundesländer zur Koordination einzusetzen. Außerdem sei das Entlassmanagement aus Kliniken durch Aufnahmestopp von Pflegeheimen betroffen, weil neue Heimbewohner schon heute aufgrund der Gesundheit des Personals und der damit verbundenen Planung nicht mehr aufgenommen werden können, damit das System Heim nicht kollabiert. Des Weiteren verlangen viele Pflegeheime einen negativen Test auf das Corona-Virus, um Bewohner aufnehmen zu können. Ambulante Pflegedienste haben indes auch kaum freie Kapazitäten. Der Bereich der Behandlungspflege wie beispielweise Insulin-Injektionen und die Wundversorgung sind von den Engpässen besonders betroffen und müssen durch gesundheitspolitische Krisenmanager dringend sichergestellt werden, so die Expertin der DGG-Arbeitsgruppe in einem Statement.

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