Kostenträger

Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht wettbewerbsfähig

Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge, wird Deutschland von anderen Ländern mit ähnlichen Gesundheitssystemen und ähnlichen staatlichen Strukturen wie beispielsweise Dänemark, Estland, Israel, Kanada und Spanien in Sachen Digitalisierung und E-Health abgehängt, denn bei einem internationalen Vergleich schnitt Deutschland schlecht ab und landete auf dem vorletzten 16. Platz von 17 untersuchten Staaten. In den anderen untersuchten Ländern ist die digitale Technik schon längst Bestandteil der Gesundheitsversorgung, sodass eine Vernetzung zwischen Krankenhäusern, Ärzten, Apotheken und anderen Akteuren des Gesundheitswesens Alltag in Kliniken und Praxen ist und zur Sicherheit und Effizienz der Behandlungen beiträgt. Auch die elektronischen Patienenakten sind hier schon Teil der Gesundheitsversorgung, damit Doppeluntersuchungen oder gefährliche Wechselwirkungen bestimmter Medikamente ausgeschlossen werden können. Die Deutschen allerdings sind nach Ansicht der Studienautoren noch längst nicht soweit wie etwa Estland oder Dänemark. Dort ist es so, dass die Bürger ihre Gesundheitsdaten wie Untersuchungsergebnisse, Medikationspläne, Impfdaten selbst verwalten und jederzeit einsehen können; auch Ärzte und andere Gesundheitsbereiche haben Zugriffsmöglichkeiten. In Deutschland aber ist dies schwierig und soll bis 2021 von allen Krankenkassen umgesetzt werden. Es scheitert der Studie zufolge aber nicht an innovativen Technologien und am Datenschutz, vielmehr sind effektive Strategien und ein entschlossenes politisches Handeln die Probleme. Deutschland braucht laut Bertelsmann-Experte Timo Thranberend einen klaren Plan und Kompass, damit zum Beispiel auch wie nach israelischem Vorbild Künstliche Intelligenz systematisch eingesetzt werden kann, um etwa die Krebs-Früherkennung voranzutreiben.  Der Stiftungs-Studienleiter Thomas Kostera hält als Fazit fest, dass Deutschland ein nationales Kompetenzzentrum, eine sogenannte Agentur für digitale Gesundheit benötigen würde, um Technikstandards zu definieren, „handlungsleitende Zielbilder“ zu definieren und vieles mehr, womit man die Aufgaben und Interessen effektiv steuern kann, damit die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen nicht überfordert ist und nicht ausgeschöpfte Potenziale nutzen kann.

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