Kostenträger

hkk-Gesundheitsreport 2018 deckt Mängel auf

Laut einer Studie der hkk-Krankenversicherung mit 349 Versicherten, die im Frühjahr 2018 einen Klinikaufenthalt hatten, ist das strukturierte Entlassmanagement (EM) nicht ausreichend. Es gibt in diesem Bereich noch sehr viel Nachholbedarf, so Studienautor Dr. Bernhard Braun von der Universität Bremen, der den Rahmenvertrag zum Entlassmanagement zwischen GKV-Spitzenverband, KBV und Deutscher Krankenhausgesellschaft genau durchleuchtet hat und festgestellt hat, dass es krasse Defizite in der Ausführung gibt. Aus dem hkk-Gesundheitsreport 2018 „Entlassmanagement“ geht hervor, dass mindestens 42 Prozent der befragten Patienten einen Entlassplan erhalten hätten müssen, dies aber nicht geschehen ist. Vorläufige Entlassbriefe würden sehr viel häufiger ausgegeben (85,4 Prozent), was den Patienten mit chronischen Krankheiten, die einen ambulanten Behandlungsbedarf nach dem Klinikaufenthalt haben, aber nicht viel bringt. Außerdem wurden laut Umfrage auch nur 35,8 Prozent der Patienten durch die Klinik über das Pflichtangebot zum EM aufgeklärt; 26,6 Prozent von ihnen in schriftlicher Form. Eine allgemeine Aufklärung in den Kliniken erhielten immerhin 83,7 Prozent der Befragten. Auch die sektorenübergreifende Kommunikation, also die Kommunikation zwischen Krankenhaus und Ärzten und anderen Leistungserbringern ist defizitär; nur in 17,5 Prozent der Fälle geschah dies. Bei den genehmigungspflichtigen Kassenleistungen wie Hilfsmittel oder häusliche Krankenpflege ein ähnliches Bild: nur 29,3 Prozent der Patienten erhielten bei der Antragstellung Hilfe des Krankenhauses. Bei der Erstellung von Medikationsplänen  ein Lichtblick: Von 112 befragten Patienten, die mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet bekamen, gaben 82 Prozent von ihnen an, einen Medikationsplan erhalten zu haben. Auch die AU-Bescheinigungen bereiten dem Studienautor Sorge, da nur 62,1 Prozent eine Bescheinigung von der Klinik ausgestellt erhielten. Die Kernpunkte des EM, so das Fazit des hkk-Gesundheitsreports, wie patientenindividuelles Assessment, frühzeitiger Kontakt zu ambulanten Leistungserbringern, Aufstellung eines Entlassplans und vieles mehr, werden von den Kliniken zum Teil außer Acht gelassen, obwohl eine Aufklärung seit rund einem Jahr Pflicht ist.

Previous post

Amazon weitet seine Geschäftsfelder aus

Next post

Orale Krebstherapie hat Vor- und Nachteile

homecare nachrichten

homecare nachrichten

Herzlich willkommen bei "homecare nachrichten". Dieses kostenlose und freie Portal steht für Informationen rund um das Thema Homecare. In den drei Rubriken "Produkte", "Kostenträger" und "Wissenschaft" stellen wir Ihnen jeweils die aktuellsten Neuigkeiten vor. Um diesen Informationsservice dauerhaft zu genießen, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen und jederzeit kündbaren Newsletter. So werden Sie monatlich auf den neuesten Stand im Bereich Homecare gebracht.