Kostenträger

Investoren drängen in deutschen Gesundheitsmarkt

Einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Company zufolge, ist die deutsche Gesundheitsbranche für Finanzinvestoren, vor allem aus dem Ausland, sehr interessant. Das liegt laut Analyse vor allem am stabilen Geldfluss (Cashflow) und an den fragmentierten Marktsegmenten. Während früher der Laborsektor sehr aktiv von Finanzinvestoren beäugt wurde, sind zur Zeit Private-Equity-Investoren vor allem an den Bereichen der Zahnpflege, der Kliniken, Praxen sowie Pflegeheimen interessiert. 2017 lag das Volumen solcher Deals noch im einstelligen Milliardenbereich mit 4,6 Milliarden Dollar, 2018 liegt das Deal-Volumen schon bei 12,8 Milliarden Dollar. 5 Milliarden davon entfallen schon auf die Übernahme des Generikaherstellers Stada, aber auch sonst ist der deutsche Healthcare-Markt sehr beliebt, zumal die britischen und skandinavischen Märkte nach Aussage von Georg Hochleitner, Partner bei der Unternehmensberatung Alvarez & Marsal, schon zusammengeführt und stabilisiert sind. Der skandinavische Investor Nordic Capital hat deshalb seinen Fokus auf Deutschland ausgerichtet und beispielsweise den Altenheimbetreiber Alloheim vom US-Finanzinvestor Carlyle für 1,3 Milliarden Dollar übernommen. Ausserdem ist Nordic Capital mit dem Zahnmedizinleister Zahnstation, dem Dentallabor DPH Dental und dem Zahnarztzentrum Adent in die Zahnpflege eingestiegen und hat sich außerdem die Mehrheit beim Augenklinikbetreiber Oberscharrer gesichert. Auch der französische Finanzinvestor Chequers Capital hat sich die Mehrheit des operativen Geschäfts der MK-Kliniken Hamburg gesichert. 46 Alten- und Pflegeheime gehören der Kette an. Der US-Finanzinvestor Oaktree zum Beispiel hat den privaten Pflegeheimbetriber Vitanas Pflegen & Wohnen für etwa 500 Millionen Euro gekauft. Neben den skandinavischen und britischen Märkten, die aber schon stark konsolidiert sind, ist der demografische Wandel ein Treiber für die Motivation der Private-Equity-Unternehmen, um zu investieren. Georg Hochleitner hat aber auch noch eine andere Vermutung für die Übernahme von Kliniken und Arztpraxen und zwar Multiple-Arbitrage bei Buy-and- Build-Strategien. Dabei kann es einem Unternehmen gelingen, durch Beeinflussung meist strategischer Faktoren in eine Gruppe vergleichbarer Unternehmen zu gelangen, deren Multiple Arbitrage steigt und schon steigt der Wert dieses Unternehmens. Der Investor profitiert so von den höheren Unternehmensbewertungen. Bei größeren Klinikketten ist sein Profit größer als bei kleinen Arztpraxen.

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