Kostenträger

Barmer: Heil-und Hilfsmittel teilweise unnötig

In dem Heil-und Hilfsmittelreport 2017 der Barmer werden die Verordnungen derselben auf den Prüfstand genommen. Dabei prangert die gesetzliche Krankenkasse vor allem die hohen Preise, aber auch die zweifelhafte Notwendigkeit der Verordnung der Heil-und Hilfsmittel an. 2016 hat die Barmer etwa 9 Prozent mehr (84 Mio. Euro) für Hilfsmittel aufgewendet als in 2015 ; auch die Heilmittel sind um 3 Prozent (=26 Mio. Euro) gestiegen. Die Zahl der Versicherten blieb jedoch konstant. Ebenso bemängelt Professor Christoph Straub, der Chef der Barmer, dass es je nach Bundesland große Kostenschwankungen im Sektor Heilmittel gibt. Hier sind vor allem die physiotherapeutischen Behandlungen zu nennen. Laut Report sind zudem Geschlechter-Unterschiede bei der Verordnung von Hilfsmitteln wie Inkontinenzvorlagen, Gehhilfen und Stoma (Frauen: 29 Prozent der Verordnungen, Männer nur 22 Prozent) vorhanden. Bei den Heilmitteln gibt es ein ähnliches Bild (Frauen 26 Prozent, Männer 17 Prozent). Bei der Verordnung dieser Heil-und Hilfsmittel wird allem Anschein nach nicht nach medizinischer Notwendigkeit entschieden, so die Experten, deshalb ist hier Aufklärung gefordert. Straub hält aber auch noch eine andere Tatsache für bedenklich. Seit Inkrafttreten des Heil-und Hilfsmittelgesetzes sind manche Ärzte dazu übergegangen, Heilmittel auf einem Blanko-Rezept zu verordnen. Der Leistungserbringer beispielsweise der Physiotherapeut entscheidet so, welche Art der Behandlung er für richtig hält, wie lange und wie oft er die Therapie erbringt. Straub glaubt, dass so unnötige Kosten entstehen, die medizinisch nicht notwendig wären.

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