Wissenschaft

Silver Surfer: Neue Herausforderungen für Pflegende

Das Internet und Social Media sind keinesfalls die Spielwiese ausschließlich junger Leute. Auch ältere Menschen sind als sogenannte „Silver Surfer“ im Netz aktiv. Doch in einer Welt, in der das Internet ein fester Bestandteil des Alltags ist, stehen Pflegende vor neuen Herausforderungen: Der Spagat zwischen der Wahrung der Autonomie und dem Schutz der Pflegebedürftigen. Wie Pflegende ihrer neuen Rolle gerecht werden können zeigt eine aktuelle Studie.

Das Internet kann älteren Menschen ein Stück Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit ermöglichen, hat dabei aber auch einige Fallstricke: Wie können Angehörige und Pflegende reagieren, wenn Menschen mit kognitiven Einschränkungen beispielsweise sensible Informationen in den sozialen Medien posten oder online Bestellungen tätigen, an die sie sich hinterher nicht mehr erinnern?

Eine Studie der Northwestern University untersuchte nun, wie Pflegende die Onlineaktivität der Pflegebedürftigen unterstützen können. Sie ist die erste ihrer Art, die sich mit der Internetnutzung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen und der Rolle der Pflegenden beschäftigt.

„Technologische Pflege ist eine neue Form der Arbeit“, so Studienleiterin Anne Marie Piper. „Wir hören von den körperlichen, finanziellen und sozialen Belastungen der Pflege, aber niemand fragt je nach den Belastungen die dadurch entstehen, dass die Pflegenden Menschen unterstützen, online aktiv zu bleiben. Wir halten dies für einen fundamentalen Aspekt gesellschaftlicher Teilhabe.“

Pflegende können Pflegebedürftige durch gezielte Anleitung zum Umgang mit sozialen Medien und Technologien unterstützen. Dies könne praktisch auch so aussehen, dass sie bei der Eingabe von Schlagworten in Suchmaschinen oder beim Bedienen der Maus behilflich sind. Das gemeinsame Anschauen von Fotos und Videos sowie das Lösen von Rätseln und Spielen können zur geistigen Anregung beitragen. Zum Schutz vor Phishing, Viren und weiteren Gefahren aus dem Internet empfiehlt sich die Einrichtung von Spamfiltern, Antivirenprogrammen sowie das Blockieren unsicherer Websites.

Ausgehend von den Studienergebnissen empfehlen die Forscher ein System, das Pflegenden ermöglicht, riskante Situationen zu erkennen. Dies könnte zum Beispiel so aussehen, dass die Eingabe von Passwörtern oder Kreditkartennummern etc. von den Pflegenden bestätigt werden muss. Allerdings werfe ein solches Vorgehen die Frage auf, ob und inwiefern das Onlineverhalten durch Dritte kontrolliert werden sollte, so Piper.

 

 

 

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