Wissenschaft

Lungenkarzinom: Ablative Radiochirurgie als bessere Alternative?

Die ablative Radiochirurgie soll im Frühstadium eines kleinzelligen Lungenkarzinoms eine gleichwertige oder bessere Alternative zur operativen Resektion darstellen – diese Annahme will ein Forscherteam des Southwestern Medical Centers der University of Texas (UT) prüfen. Unterstützt wird die randomisierte Phase-III-Studie vom Unternehmen Varian Medical Systems. Derzeit beteiligt sind 258 Patienten aus 34 Einrichtungen, deren Krankheitsverlauf in den nächsten fünf Jahren durch die Wissenschaftler dokumentiert werden soll.

Die Prognose von Patienten mit einem Karzinom in der Lunge ist schlecht. „Rund 50.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Lungenkrebs und über 80 Prozent davon sterben innerhalb von fünf Jahren“, meint Dr. Axel Kempa vom Universitätsklinikum Stuttgart. Bei der ablativen Radiochirurgie wird eine präzise Bestrahlung des Tumors vorgenommen, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Der Vorteil: Bei einer operativen Entfernung des Karzinoms wird auch immer umliegendes und gesundes Lungengewebe entfernt, „was aber nur bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand möglich ist“, so Kempa. Unter Umständen verliert der Patient sogar den gesamten Lungenlappen. Vom Ergebnis her seien Operation und Bestrahlung ähnlich, aber insbesondere für Betroffene, denen ein chirurgischer Eingriff nicht zuzumuten ist, bietet die ablative Radiochirurgie eine erfolgversprechende Alternative.

Die Wissenschaftler der UT hoffen auf eine längere Überlebensrate und auf eine Steigerung der Lebensqualität durch die noch neuartige Therapie. Lungenkrebspatienten könnten von der ambulanten Behandlungsoption profitieren und seien in ihren alltäglichen Aktivitäten nicht eingeschränkt, meinte Dr. Robert Timmerman von der UT. Varian-Präsident Kolleen Kennedy glaubt an die hohe Qualität der klinischen Forschung. Die Studie sei eine Möglichkeit, die Strahlentherapie zu fördern und den Standard in der Patientenversorgung zu verbessern.

 

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