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EMS bei Harninkontinenz auch ohne Einführelektroden

Es gibt verschiedene Ansätze zur Behandlung einer Harninkontinenz. Die zumeist mit Scham und einer Einschränkung der Lebensqualität verbundene Erkrankung hängt in vielen Fällen mit einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur zusammen. Daher wird oft ein gezieltes Training zur Stärkung eingesetzt. Ergänzend oder als Starthilfe gibt es auch die Möglichkeit einer elektrischen Muskelstimulation (EMS). Hier wird die Kräftigung durch Reizströme erreicht. Mittlerweile gibt es auch Geräte, die ohne die für viele Patienten unangenehmen Einführelektroden auskommen.

Dass die EMS effizient zur Behandlung von Stressinkontinenz eingesetzt werden kann, wurde bereits durch Studien nachgewiesen. Während sich bei der Dranginkontinenz der Blasenmuskel unwillentlich zusammenzieht, ist der Harnverlust bei der Stressinkontinenz mit einem Belastungsmoment, wie beispielsweise beim Heben oder Lachen, verbunden. Bei der herkömmlichen EMS müssen Elektroden eingeführt werden, die intravaginal die Beckenbodenmuskulatur stimulieren. Diese Methode ist zwar effektiv, oft werden aber Behandlungen ausgelassen, weil sie unangenehm für die Betroffenen sind. Bei einem neueren Verfahren werden die Elektroden an der Bauchdecke angebracht.

Von der Effektivität scheinen sich beide Therapien kaum zu unterscheiden. So wurden in einer Studie knapp 50 unter Stressinkontinenz leidende Frauen untersucht. Eine Hälfte wurde intravaginal stimuliert, die andere auf der Oberfläche. Eine Unterlegenheit der äußeren EMS konnte nicht festgestellt werden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass bereits nach einer vier-wöchigen Behandlung mit einem nichtinvasiven Trainingsgerät 93 Prozent der Teilnehmerinnen bei einem einstündigen Belastungstest deutlich besser abschnitten als vor der Behandlung. 60 Prozent verloren während des Tests weniger als zwei Gramm Urin und galten damit als trocken. Nach zwölf-wöchiger Behandlung wurde bei 86 Prozent der Teilnehmer in einem 24-Stunden-Test Trockenheit oder eine mäßige Schwere festgestellt. Somit scheint die Oberflächenstimulation eine einfachere und auch günstigere Alternative bei der Behandlung von Stressinkontinenz zu sein, mit der sich die Wissenschaft weiter auseinandersetzen sollte.

 

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