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Inko-Hilfsmittel: GKV-Spitzenverband beschließt neue Qualitätsanforderungen

Nach mehr als 20 Jahren werden erstmals die Qualitätsanforderungen für Inkontinenz-Hilfsmittel überarbeitet. Das gab der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kürzlich bekannt. Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung (CDU), begrüßte diesen Schritt und hofft auf eine schnelle Umsetzung durch die Krankenkassen. Gleichzeitig mahnt er zu mehr Transparenz bei den Kassenleistungen im Hinblick auf die Hilfsmittelversorgung. So soll der Wettbewerb zwischen den Kassen abseits der Höhe der Zusatzbeiträge gestärkt werden.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes wurden die Qualitätsanforderungen an aufsaugende Inko-Hilfsmittel im Hilfsmittelverzeichnis deutlich angehoben. Dies umfasst sowohl die Aufsauggeschwindigkeit und Rücknässewerte, aber auch die Absorption von Gerüchen und die Atmungsaktivität der Produkte. Produkte, die die neuen Anforderungen nicht erfüllen, werden nach einer Übergangsfrist von einem Jahr aus dem Verzeichnis gestrichen. Vorstandsmitglied Gernot Kiefer erklärt: „Ich bin froh, dass jetzt deutlich höhere Qualitätsstandards für Inkontinenzprodukte gelten. Die Versorgung wird sich jetzt nachhaltig verbessern. Von den rund 2.200 für diesen Bereich im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Produkten werden sicherlich über 600 Produkte spätestens nach Ablauf von einem Jahr, also nach dem Ende der Übergangsfrist, nicht mehr abgegeben werden dürfen. Was den neuen Qualitätsanforderungen nicht entspricht, wird gestrichen. Wir räumen da gründlich auf!“

Karl-Josef Laumann begrüßt diesen Schritt, denkt aber noch etwas weiter. Er weist darauf hin, dass es für Versicherte kaum möglich sei zu erfahren, bei welcher Kasse sie Zuzahlungen bei der Hilfsmittelversorgung leisten müssen. Damit fehle ihnen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Kassenwahl. „Beispielsweise wissen wir nicht, bei welcher Krankenkasse wie viele Patienten bei welcher Hilfsmittelversorgung zuzahlen müssen“, so Laumann im Rahmen des Gesprächskreises Gesundheit des Branchenverbands BVMed am 16. März. Er hoffe, dass die Ankündigung Kiefers, dass künftig kein Versicherter mehr Aufzahlungen leisten müsse, zeitnah Realität wird. Laumann: „Es ist ein Unding, dass Patientinnen und Patienten bisher oftmals aus eigener Tasche draufzahlen müssen, um eine ausreichende Qualität zu bekommen. Ich hoffe, dass das bald der Vergangenheit angehört.“ Damit lässt Laumann keinen Zweifel daran, dass er sich weiter dafür einsetzen wird, dass eine bezahlbare Versorgung gewährleistet ist.

 

 

 

 

 

 

 

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