Kostenträger

Studie: Über Pflege im Alter wird ungern gesprochen

Zwei von fünf Senioren verbringen derzeit ihren letzten Lebensabschnitt in einem Pflegeheim, obwohl 95 Prozent lieber in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben würden, das hat eine Umfrage der Residenz-Gruppe Bremen ergeben. Außerdem wird vergleichsweise wenig innerhalb deutscher Familien über das Thema Pflege im Alter gesprochen, auch wenn eine Vielzahl der Befragten sich schon Gedanken dazu gemacht hat.

Bei einer sich wandelnden Altersstruktur und der zunehmenden Pflegebedürftigkeit wird auch die Thematisierung von Vorstellungen und Wünschen in Bezug auf den letzten Lebensabschnitt innerhalb der Familie immer wichtiger – dennoch spricht knapp die Hälfte nicht darüber. „Pflege ist nach wie vor ein gesellschaftlich unbeliebtes Thema“, meint Rolf Specht, geschäftsführender Gesellschafter der Residenz-Gruppe Bremen. „Trotzdem müssen sich Deutsche rechtzeitig mit einer möglichen Pflegebedürftigkeit im Alter beschäftigen und potenzielle Einrichtungen begutachten.“

1.000 Bundesbürger ab 18 wurden in die repräsentative Umfrage einbezogen. Zusätzlich wurden 200 Deutsche ab 45 befragt. Dabei herausgekommen ist, dass die Deutschen eine sehr konkrete Vorstellung davon haben, wie sie im Alter leben wollen. Beschäftigungsmöglichkeiten, angenehme Gesellschaft und qualifiziertes Personal sind die wichtigsten Wünsche an eine mögliche Seniorenresidenz. Frauen messen dem eine noch höhere Bedeutung bei als Männer, vielleicht, weil sie im Schnitt 4,5 Jahr länger leben. „Sie verbringen ihren Lebensabend häufiger ohne Partner und können auch nicht von ihren Kindern Zuhause gepflegt werden. Dessen sind sich viele Frauen bewusst und haben deshalb schon konkretere Vorstellungen als Männer“, so Specht. Die Senioren legen außerdem Wert auf ein umfassendes Therapieangebot und eine schöne Einrichtung.

Gerade aufgrund der konkreten Vorstellungen sei es wichtig, dass sich innerfamiliär ausgetauscht würde, meint Specht. „Es lohnt sich, mit den Familienangehörigen über die individuellen Bedürfnisse zu sprechen solange es möglich ist, da sich die Vorstellungen in verschiedenen Altersabschnitten nicht unbedingt decken.“ Pflege ist nicht das einzige unbeliebte Thema im Alter: Auch über das Thema Tod wird zwischen Angehörigen ungerne gesprochen, wie eine Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité Berlin aus dem Herbst 2015 ergeben hat.

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