Wissenschaft

Inkontinenz: Krankengymnastik mit anhaltend positivem Effekt

Frauen, die an Osteoporose leiden, sind nach der Menopause grundsätzlich gefährdeter inkontinent zu werden als Frauen mit einer normalen Knochendichte. Wie sich eine gezielte Physiotherapie auf diese Problematik auswirkt, haben nun kanadische Forscher genauer untersucht. Das Ergebnis: Bei den Frauen, die an einer zwölfwöchigen krankengymnastischen Behandlung teilnahmen, war ein deutliches Nachlassen der Problematik nachweisbar.

Die Wissenschaftler vom B.C. Womens Hospital & Health Centre in Vancouver und der Universität in Montreal haben für ihre Studie 48 Frauen untersucht, die die Menopause bereits hinter sich hatten. Gleichzeitig litten diese an einer Inkontinenz sowie einer Osteoporose oder einer geringen Knochendichte . Dabei war irrelevant, ob es sich bei den über 55-jährigen Frauen um eine Harn- oder Stressinkontinenz bzw. eine Mischform handelte.

Die Hälfte dieser Frauen nahm über zwölf Wochen an einer physiotherapeutischen Behandlung teil, die von einem erfahrenen Spezialisten geleitet wurde. Einbezogen wurden ein Beckenbodentraining, Aufklärungsarbeit über Vorgänge wie das Biofeedback sowie Techniken zur Harnkontrolle und diätetische Maßnahmen. Die andere Hälfte wohnte einem dreistündigen Lehrgang bei, in dem über krankengymnastische Möglichkeiten, Diäten und Osteoporosebehandlung mittels Medikamenten aufgeklärt wurde. Zusätzlich wurden Einzelgespräche mit Ernährungsberatern und Physiotherapeuten durchgeführt.

Die Teilnehmerinnen mussten zu Beginn der Studie, nach drei Monaten sowie nach einem Jahr ein Miktionstagebuch führen und einen Fragebogen ausfüllen. Außerdem wurde untersucht, wieviel Urin die Frauen über 24 Stunden unbeabsichtigt verloren. Die Forscher, die die Daten aufnahmen und auswerteten, wussten nicht, welche der Patientinnen zu welcher Gruppe gehörten. Nach drei Monaten reduzierte sich der ungewollte Urinverlust der Damen, die am physiotherapeutischen Training teilgenommen hatten, um 75 Prozent, während bei den Teilnehmerinnen der anderen Gruppe keine Veränderung auftrat. Auch die Ergebnisse der Befragung waren bei der ersten Gruppe deutlich besser. Die gleichen Ergebnisse wiederholten sich nach einem Jahr.

Frauen mit Inkontinenz reduzieren häufig ihre sportliche Aktivität, aus Angst, dabei Urin zu verlieren, meinte Dr. JoAnn V. Pinkerton zu den Ergebnissen. Dabei ist neben einer Zufuhr von Calcium und Vitamin D, um gegen die Osteoporose vorzugehen, ein Muskelaufbautraining immens wichtig, insbesondere im Beckenbodenbereich. Warum Frauen mit Osteoporose nach der Menopause anfälliger für Inkontinenzprobleme sind, ist noch immer ungeklärt. Jedoch ist eine gezielte Behandlung bei den meisten Betroffenen absolut effektiv.

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