Wissenschaft

Hochfrequente Stimulation hilft Menschen mit Schmerzsyndrom

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom, auch Morbus Sudeck genannt, bezeichnet anhaltende Schmerzen, die häufig mit Bewegungs- und Funktionseinschränkungen einhergehen. Auch der Tastsinn wird langfristig beeinträchtigt. Mediziner der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben in einer Pilotstudie untersucht, wie sich eine hochfrequente Stimulation auf die Einschränkungen der Betroffenen auswirkt. Neben einer messbaren Verbesserung des Tastsinnes konnte auch ein Rückgang der Schmerzen festgestellt werden. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Journal „Frontiers in Neurology“.

Die Ursache für das chronische Leiden, das meistens an den Extremitäten auftritt, ist bisher unklar. Meist geht dem Syndrom eine Verletzung oder eine kleine Operation voraus. In manchen Fällen wird das Trauma vom Patienten gar nicht bemerkt. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Verletzung verantwortlich für eine Fehlregulation des Nervensystems ist. Die Wunde heilt, der Schmerz bleibt bestehen. In der Studie erhielten 20 Patienten über einen Zeitraum von fünf Tagen täglich eine 45-minütige Stimulation. Gearbeitet wurde an der vom Leiden betroffenen Hand. Eine spezielle Auflage gab dafür hochfrequente elektrische Impulse an die Fingerspitzen ab. Vor und nach der Anwendung bewerteten die Teilnehmer ihr Schmerzniveau auf einer Skala von eins bis zehn und außerdem wurde ihre Zwei-Punkt-Diskriminationsschwelle bestimmt – also die notwendige Entfernung zweier Punkte, damit der Proband sie als zwei unterschiedliche Punkte wahrnehmen kann.

„Einige Teilnehmer hatten nach der Intervention mindestens 30 Prozent weniger Schmerzen“, meinte PD Dr. Hubert Dinse, Leiter des NeuralPlasticity Labs am Institut für Neuroinformatik, der gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Direktor der Neurologischen Klinik, und Prof. Dr. Christoph Maier, Leitender Arzt der Abteilung für Schmerzmedizin, beide vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, die Studie durchgeführt hatte. Auch wenn im Schnitt keine signifikante Verbesserung der Schmerzsymptomatik feststellbar war, der positive Einfluss auf den Tastsinn konnte nachgewiesen werden. „Weitere Studien müssen nun zeigen, ob eine intensivere und länger andauernde Stimulation neben der Verbesserung des Tastsinns, insbesondere bei definierten Untergruppen des CRPS, auch zu einer signifikanten Schmerzlinderung führen kann“, meinte Dinse.

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