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Enterale Ernährung: Hilfreich bei Morbus Crohn

Ist die Versorgung eines Menschen mit Nährstoffen aufgrund physiologischer oder psychischer Ursachen nicht ausreichend gewährleistet, so besteht medizinisch die Möglichkeit der enteralen Ernährung. Hierbei werden Nährstoffe in konzentrierter Form über eine Sonde oder als Trinklösung zugeführt. Laut Marktreport der Beratungsgesellschaft Summary Seven (S7) werden deutschlandweit rund 160.000 Menschen im Jahr per Sonde ernährt, eine hochkalorische Trinklösung nehmen rund 30.000 der Betroffenen zu sich. Bei der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn wurde nun die enterale Ernährung als Therapie für Kinder getestet. Im Vergleich mit der herkömmlichen Behandlung mit Cortison erzielt sie vergleichbare Ergebnisse – mit deutlich weniger Nebenwirkungen.

In fünf verschiedenen randomisierten Studien wurde die Therapieform an insgesamt 147 Kindern untersucht. Behandelt wurde mittels polymerer Diät. 50 Prozent des Energiebedarfs wurde über eine Magensonde zugeführt, die andere Hälfte durften die Patienten oral zu sich nehmen. Reis, geschälte Kartoffeln und Hähnchenfleisch waren beispielsweise erlaubt, Weizen, Milchprodukte und konserviertes Fleisch hingegen unter anderem verboten. Bei 70 Prozent der Probanden trat eine deutliche Verbesserung der Symptome (Remission) ein. Die Behandlungsleitlinie wurde aufgrund der Ergebnisse bereits aktualisiert.

In einer anderen Studie wurde die Nahrung direkt ins Ileum, also den letzten Teil des Dünndarms gegeben. In Remission waren nach der Therapie 93 Prozent. Bei dieser Diät wird allerdings vier bis acht Wochen ausschließlich über die Sonde ernährt, erlaubt sind lediglich ungesüßte Tees, Wasser und Diätkaugummis. Daher ist die Akzeptanz der Patienten bei der polymeren Diät deutlich höher. „Mithilfe dieser Strategie könnte es, sofern sich diese in kontrollierten Studien validieren lässt, möglich sein, mehr Patienten von einer Ernährungstherapie zu überzeugen, da in der klinischen Praxis ein Teil der pädiatrischen Patienten mit Morbus Crohn Schwierigkeiten hat, die exklusive enterale Ernährungstherapie mit einer flüssigen Formula anzunehmen und diese als die Lebensqualität einschränkend empfunden wird“, meinte Prof. Norbert Wagner von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der RWTH Aachen.

Studienergebnisse wie diese sind sowohl für die Medizin als auch für den Markt von großer Bedeutung. Auch wenn die Pauschalen, die von der Krankenkasse übernommen werden, in den letzten Jahren immer weiter gesunken sind, so bieten neue Einsatzmöglichkeiten Potenziale für die Hersteller. Laut S7 lässt sich der Markt mit Nischenprodukte und Lösungen für spezielle Krankheitsbilder weiter erschließen.

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