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Barmer GEK: Ausgaben für Hilfsmittel sollen stärker reguliert werden

16Hilfsmittel sollten einer umfassenderen Nutzenbewertung unterzogen werden, dies fordert die Krankenkasse Barmer GEK. Laut aktuellem Heil- und Hilfsmittelreport der Barmer sind die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2014 um 9,4 Prozent auf 7,44 Milliarden Euro gestiegen. Bei der Krankenkasse selber wurde ein Anstieg um 10,9 Prozent verzeichnet.

Insbesondere in der Hörgeräteakustik stiegen die Ausgaben. Im Jahr 2014 fielen Kosten in Höhe von 102,1 Millionen Euro an, das sind 47,5 Prozent mehr als noch 2013. Auch für Orthopädiemechaniker und Bandagisten wurden 8,3 Prozent mehr Kosten generiert. Für die häusliche Krankenpflege konnte ein Anstieg von 3,9 Prozent verzeichnet werden. Ebenfalls angestiegen sind die Verordnungen für Heilmittel, wie Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. GKV-weit war ein Anstieg um 8,1 Prozent festzustellen, in der Barmer lag dieser bei 8,2 Prozent. Die Physiotherapie generierte mit 66,59 Euro je Versichertem die höchsten Kosten.

Die Autoren des Reports bezweifeln, dass sich diese Veränderungen allein auf den demografischen Wandel zurückführen lassen. „Ein Argument kann der weniger regulierte Zugang und die geringere Anforderung an eine Evidenzbasierung der Maßnahmen beispielsweise im Vergleich zu den Arzneimitteln sein“, ist eine mögliche Erklärung der Schreiber. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, fordert darum: „Auch Hilfsmittel sollten umfassend einer Nutzenbewertung unterzogen werden, die Nutzen und Sicherheit für die Patienten klärt. Es ist nicht zielführend, nur Medizinprodukte mit einer hohen Risikoklasse zu prüfen, wie es das Versorgungsstärkungsgesetz vorgibt.“

Verbesserungspotenzial gibt es außerdem bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten. 85 Prozent aller Betroffenen über 65 werden nach einem Schlaganfall rehabilitativ oder mit Heilmitteln behandelt, jedoch findet die Versorgung nur in etwa 50 Prozent der Fälle auf einer speziell dafür ausgestatteten Station, der sogenannten Stroke Unit, statt. „Bei einem Schlaganfall kommt es auf Minuten und eine sehr individuelle Behandlung an, die eine Spezialstation am besten leisten kann. Hier scheinen noch Verbesserungen in der Akutversorgung des Schlaganfalls möglich zu sein“, so Straub.

 

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