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Prototyp für intelligente Inkontinenzvorlagen entwickelt

Eine nasse und verschmutzte Inkontinenzvorlage, die länger als notwendig am Betroffenen verbleibt, birgt eine Vielzahl von Problemen. Ein unangenehmes Gefühl, Ausschlag sowie ein erhöhtes Risiko für Infektionen oder die Entstehung eines Dekubitus können die Folge sein. Da bettlägerige, verwirrte oder auch multimorbide Patienten sich aber oft nicht mehr eigenständig melden können, wenn ein Wechsel vorgenommen werden sollte, haben Wissenschaftler aus Singapur nun einen Sensor entwickelt, der bei der betreuenden Pflegeperson einen Alarm absetzt, sobald eine neue Inkontinenzvorlage benötigt wird.

Die Forscher des Instituts für Bioingenieurswissenschaft und Nanotechnik (IBN) der Agency for Science, Technology and Research (A*STAR) in Singapur haben einen dünnen Einmalsensor, einen Empfänger, einen kompakten tragbaren Funksender und eine Software konzipiert. Der Sensor ist dabei mit beinahe jeder Inkontinenzvorlage kombinierbar, die es auf dem Markt gibt. Zusätzlich ist der Wegwerfartikel kostengünstig. Der Funksender muss nicht getauscht werden und lässt sich problemlos mit einem neuen Sensor an einer neuen Vorlage verbinden. Über den Empfänger erhält die Pflegeperson eine Nachricht, wenn ein Vorlagenwechsel ansteht.

Ende 2013 testeten die Wissenschaftler ihr System an 20 pflegebedürftigen Patienten in einem Wohnheim. Überwacht wurde die Studie vom Geriater Dr. Philip Yack vom Khoo Teck Puat Hospital in Singapur. Die Ergebnisse waren überzeugend: Die teilnehmenden Patienten verbrachten 90 Prozent weniger Zeit in nassen und wechselbedürftigen Vorlagen als die Vergleichsgruppe, die nicht mit Sensoren ausgestattet wurden. Die Pflegekräfte konnten durch die abgesetzten Mitteilungen binnen Minuten die betroffenen Vorlagen austauschen.

Der IBN-Ableger Wet Alert hat bereits die Lizenz für die patentierte Technologie erworben. Professor Jackie Y. Ying, IBN-Geschäftsführerin, meinte dazu: „Wir arbeiten mit Wet Alert gemeinsam daran, den Prototypen in ein kommerzielles Produkt zu überführen. Wichtig ist uns eine erhöhte Benutzerfreundlichkeit sowie eine Senkung der Herstellungskosten.“

 

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