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PfiFf: Kurse für pflegende Angehörige

Wird ein Mensch zum Pflegefall, so kümmern sich oft die Angehörigen um die Versorgung. Viele haben jedoch keinerlei Erfahrungen in der Pflege. Dies birgt ein hohes Fehlerpotenzial. Pflegekurse für Angehörige werden trotzdem nur selten besucht. Einerseits liegt das am fehlenden Wissen über die Existenz solcher Kurse, andererseits ist den Angehörigen oft nicht bewusst, dass eine professionelle Anleitung ihre Arbeit erleichtern und verbessern könnte. Die AOK Nordost möchte mit ihrem neuen Programm „PfiFf – Pflege in Familien fördern“ die Angehörigen nun zielgerichteter unterstützen. Mit einem Kursangebot im Krankenhaus.

In Kooperation mit den betreffenden Kliniken wird das neue Konzept der AOK angeboten, dass die Angehörigen praxisnah anleiten soll. Direkt am Bett, als Kursangebot im Krankenhaus oder auch als Gesprächsrunde mit anderen pflegenden Angehörigen. Eine von rund 20 Kliniken, die PfiFf in ihr Leistungsspektrum aufgenommen hat, ist die Universitätsklinik Rostock. Hier bringen die Kursleiterinnen den Angehörigen die Grundlagen der Pflege bei. Dazu gehören Krankenbeobachtung, Mobilisierung, Einsatz von Hilfsmitteln und insbesondere das richtige Lagern. „Ein Dekubitus, also ein Druckgeschwür, kann sich schon nach zwei Stunden entwickeln“, erklärt Nana Baumgarten, eine der Krankenschwestern, die die Kurse in Rostock gestalten. „Um Druckgeschwüre zu verhindern reichen schon Mikrolagerungen, also in kurzen Abständen einfach mal die Lage im Bett zu verändern.“

Das Angebot ist kostenfrei und auch nicht an eine Krankenkassen-Mitgliedschaft gebunden. Es ist ebenfalls nicht erforderlich, dass der Pflegebedürftige akut im Krankenhaus liegt. Angeboten werden Kurse zu verschiedenen Themen, beispielsweise zur Lagerung bei Bettlägerigkeit, aber auch zum Umgang mit Verwirrtheitszuständen. Eine psychologische Betreuung kann ebenfalls in Anspruch genommen werden. Bei Bedarf gibt es auch eine Anleitung zuhause.

„Fakt ist, dass wer pflegt, ohne jegliches pflegerische Fachwissen zu haben, Gefahr läuft, Fehler zu machen und damit der Gesundheit des Pflegebedürftigen oder auch seiner eigenen zu schaden“, meint Thomas Meißner, Präsidiumsmitglied des deutschen Pflegerats. Somit ist es notwendig, den Angehörigen einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen. „Wir haben jetzt schon zehn Mitarbeiterinnen, die Interesse bekundet haben, Kurse zu leiten und die sich entsprechend ausbilden lassen wollen“, meint Manuela Mühlbach, Koordinatorin des Projekts in der Uniklinik Rostock. Sie wünscht sich jedoch mindestens einen Ansprechpartner für die Angehörigen in jedem klinischen Fachbereich. „Ein Traum wäre es, wenn das sogar auf jeder Station gelingen würde.“

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