Kostenträger

vdek: Vertrag zur Versorgung mit Hilfsmitteln läuft aus

Der Verband der Ersatzkassen in Rheinland-Pfalz (vdek) hat angekündigt, den mit den stationären Pflegeeinrichtungen geschlossenen Vertrag über die Versorgungspauschalen für Inkontinenzartikel zum 31. August 2015 auslaufen zu lassen. Ersatzweise in Kraft treten soll dann ein Referenzrahmenvertrag, den der vdek bundesweit umsetzen möchte. Für die Pflegeheime bedeutet das eine Senkung der Pauschale um etwa 12 Prozent.

„Wir können dieses Vorgehen nicht nachvollziehen“, meint Sebastian Rutten, Geschäftsführer der PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz in einer Pressemitteilung. „Für die Kündigung des Vertrags bestand keinerlei Anlass. Die Qualität der Versorgung ist gut und die Pauschale für die Pflegeheime, mit welcher sämtliche Personal-, und Sachkosten abgegolten sind, lässt bereits jetzt kaum Spielraum.“ 33,95 Euro wurden bisher monatlich von den Ersatzkassen pro Versichertem gezahlt. Für die Mitglieder von Barmer, DAK, TK, KKH, HEK und hkk sollen es zukünftig noch 29,99 Euro sein. Der vdek meint, dass der neue Vertrag administrative Abläufe reduziere und so die Kostensenkung gerechtfertigt sei. Verhandlungen wurden als gescheitert erklärt.

Bedeuten tun die Veränderung auch, dass die Versicherten nicht mehr wie bisher pauschal vom Pflegeheim versorgt werden, sondern von nun an ihre Hilfsmittel selbst in Empfang nehmen und ausschließlich diese benutzen sollen. „Dies führt zu einem erheblichen organisatorischen und bürokratischen Aufwand“, meint Harald Kilian, Vorsitzender der saarländischen Pflegegesellschaft. „Es ist uns vollkommen unklar, warum ein gut funktionierendes System nicht weiter geführt wird.“ Die Pflegegesellschaften sehen den unsicheren Verhältnissen mit Misstrauen entgegen. Geplant ist, dass die Pflegeheime jedoch wie gewohnt alle Patienten adäquat und pauschal versorgen. Fragwürdig ist jedoch, ob dies bei einer Senkung der finanziellen Mittel möglich bleibt.

 

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