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„Heldentaten“-App für pflegende Angehörige

Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück befassen sich seit Anfang des Jahres gemeinsam mit der Osnabrücker Selbsthilfegruppe Pflegender Angehöriger mit der Entwicklung einer App, die den Pflegenden ihren Alltag erleichtern soll. „Heldentaten“ heißt die Anwendung, die an Arzttermine oder anstehende Pflegetätigkeiten wie Katheterwechsel erinnert. Zusätzlich können Adressen, Pflegeinstruktionen oder Gebrauchsanweisungen gespeichert werden. Dem Prototypen steht der erste Praxistest kurz bevor.

Es gibt bereits Anwendungen, die pflegenden Angehörigen ihren oft stressigen Alltag erleichtern sollen. Diese boten nach Ansicht der Studierenden und Professoren, die an diesem Projekt beteiligt sind, allerdings reichlich Optimierungspotenzial. „Der Nachteil dieser Apps ist, dass sie sich nicht an den Bedürfnissen Pflegender Angehöriger orientieren, sondern nur für einzelne Aufgaben, wie zum Beispiel die Erinnerung an die Medikamenteneinnahme, geeignet sind“, so Prof. Dr. Elke Hotze, Pflegewissenschaftlerin an der Hochschule Osnabrück. Zur Erstellung von „Heldentaten“ wandten sich die Wissenschaftler also an die Zielgruppe und befragten die ortsansässige Selbsthilfegruppe zu ihren Wünschen.

„Als Grundlage haben wie die App Care Zone aus den USA genutzt. Damit können sich pflegende Angehörige innerfamiliär vernetzen“, meint Hotze. Teil ist ein gemeinsamer Kalender, um an wichtige Termine zu erinnern, aber auch ein Barcode-Scanner, um rasch Informationen über beispielsweise Medikamente zu erhalten. Eine angelegte Notfallmappe soll eine unproblematische Vertretung der Hauptpflegeperson möglich machen – beispielsweise im Fall einer plötzlichen Erkrankung. „Erstaunlicherweise gibt es auf dem deutschen Markt bisher nichts Vergleichbares“, erklärt Mediendesignerin Michaele Ramm, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist.

Wichtig war den Entwicklern eine leichte und schnelle Bedienung sowie eine Kompatibilität mit allen Betriebssystemen. „Pflegende Angehörige haben keine Zeit, sich lange mit der App zu beschäftigen – sie sind hoch belastet“, so Hotze. Für den Herbst ist ein erster Praxistest geplant, veröffentlicht werden soll die Anwendung Ende des Jahres. Die Leiterin der Selbsthilfegruppe Gisela Löhberg ist schon jetzt von der Praktikabilität überzeugt: „Gute Pflege zu Hause erfordert eine gute Vernetzung aller Beteiligten. Genau dazu wird diese App ganz wesentlich beitragen.“

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