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Studie: Welche Beatmung ist bei Frühchen geeignet?

Bei zu früh geborenen Kinder ist häufig die Lunge noch nicht genügend ausgereift, um die Atmung eigenständig zu bewältigen. Die betroffenen Kinder müssen künstlich beatmet werden. Eine künstliche Beatmung birgt allerdings die Gefahr, die Lunge des Frühchens zu beschädigen. Forscher der Neonatologischen Abteilung des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) haben in einer Multicenterstudie untersucht, welche Beatmungsmethode für Frühgeborene am Besten geeignet ist.

Kriterien der Untersuchung waren einerseits die größtmögliche Schonung der empfindlichen Lunge, andererseits eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. 362 Patienten aus deutschlandweit 16 Perinatalzentren wurden innerhalb von vier Jahren zur Erhebung der Daten untersucht. Der Fokus lag auf dem Druck, der durch die Beatmung auf die Lunge ausgeübt wird. Die Mediziner gingen davon aus, dass ein geringerer Druck weniger schädlich für die Lunge sei, obwohl durch eine Verringerung des Drucks der CO2-Gehalt im Blut ansteigt. „Ziel war es, zu prüfen, ob solche wenig intensiven Beatmungseinstellungen, die mit einem kurzzeitig höheren Kohlendioxidanteil in der Atemluft einhergehen, für die Lungenentwicklung langfristig besser sind“, meinte Prof. Ulrich Thome, Leiter der Neonatologie am UKL und Leiter der Studie. Bei den untersuchten Frühchen, die zwischen 400 und 1.000 Gramm schwer waren und nicht eigenständig ohne Beatmungsgerät atmen konnten, konnte diese Annahme nicht bestätigt werden.

„Überraschenderweise kamen wir zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von weniger Druck nicht zu besseren Ergebnissen führt“, so Thome. Insbesondere bei deutlich zu früh geborenen Kindern ist ein höherer Beatmungsdruck daher empfehlenswert. Das Fazit dieser Ergebnisse, die im Journal „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlicht wurden, ist dennoch lediglich Orientierungspunkt. „Unsere Studie zeigt, dass das Thema schonendere Beatmung bei Frühgeborenen sehr komplex ist und dass es keine einfachen Antworten gibt“, resümierte der Mediziner. Daher muss jede Situation individuell geprüft werden, damit der behandelnde Arzt auf dieser Grundlage das geeignete Beatmungsverfahren auswählen kann.

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