Wissenschaft

Studie: Bariatrische Chirurgie hilft gegen Inkontinenz

Starkes Übergewicht begünstigt die Entstehung einer Vielzahl an Erkrankungen. Wird das Gewicht durch bariatrische bzw. Adipositaschirurgie reduziert, so lässt sich auch ein Teil der Folgeschäden beheben. Eine im Journal JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie hat sich mit der Auswirkung der operativen Eingriffe auf Harninkontinenz beschäftigt und festgestellt, dass die Zahl der Betroffenen durch eine chirurgisch eingeleitete Gewichtsreduktion sinkt.

Fast die Hälfte der weiblichen sowie mehr als 20 Prozent der männlichen Teilnehmer der Studie Longitudinal Assessment of Bariatric Surgery 2 (LABS), die einen Zeitraum von drei Jahren nach der Operation untersuchte, litten vor dem bariatrischen Eingriff an einer Inkontinenz. Von den Frauen, die im ersten Jahr durchschnittlich 29 Prozent ihres Gewichts reduzieren konnten, litten nach dieser Zeitspanne nur noch 18,3 Prozent an der Erkrankung. Die Männer verloren im Mittel 26 Prozent Gewicht und litten nur noch zu knapp 10 Prozent an einer Inkontinenz. Bei den weiblichen Studienprobanden war ein Rückgang von einer Stress- sowie von einer Dranginkontinenz zu beobachten, wohingegen es bei den Männern nur zu einer Rückbildung von einer Dranginkontinenz kam. Hierzu muss jedoch angemerkt werden, dass Männer deutlich seltener unter einer Stressinkontinenz leiden als Frauen.

Mit einer erneuten Gewichtszunahme wuchs auch das Risiko erneut an einer Inkontinenz zu erkranken. So stieg bei den Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Harninkontinenz im zweiten und dritten Untersuchungsjahr erneut auf 24,8 Prozent. Bei Männer lag die Quote im gleichen Zeitraum bei 12,2 Prozent. Nach den Berechnungen der Autoren kommt es bei einer Gewichtsreduktion um fünf Prozent in acht Prozent der Fälle zu einem Rückgang einer bestehenden Harninkontinenz.

Für die Studie wurden Daten von Patienten 10 verschiedener US-amerikanischer Krankenhäuser erhoben. Fast 2.000 Datensätze konnten von dem Forscherteam um Leslee Subak von der Universität von Kalifornien, San Francisco ausgewertet werden.

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