Wissenschaft

Künstliche Bauchspeicheldrüse schützt vor Hypoglykämie

Eine Untersuchung von drei verschiedenen Alternativen zur Versorgung eines Typ 1-Diabetes hat ein Forscherteam aus Montréal vorgenommen. Im Fokus lag insbesondere die Verhinderung einer nächtlichen Hypoglykämie bzw. Unterzuckers. Am besten abgeschnitten hat ein als künstliche Bauchspeicheldrüse fungierendes Gerät, das den Blutzucker der Patienten misst und diese dann, wenn nötig, mit den Hormonen Insulin und Glucagon versorgt.

Die erwachsenen und jugendlichen Studienteilnehmer wurden für die Studie mehrere Nächte in einer Forschungseinrichtung untersucht. Verglichen wurden dabei die Reaktionen auf eine herkömmliche Insulinpumpe und zwei Arten künstlicher Bauchspeicheldrüsen. Eine sonderte zur Senkung des Blutzuckerspiegels ausschließlich Insulin ab, die andere schüttete bei Bedarf zusätzlich Glucagon aus, das den Zuckerspiegel im Blut wieder erhöht.

„Die Dual-Hormon-Methode hat mehr Möglichkeiten eine Hypoglykämie zu verhindern als die anderen untersuchten Therapien“, meinte Dr. Rémi Rabasa-Lhoret, Leiterin der Studie und Wissenschaftlerin am Institute de recherches cliniques de Montréal (IRCM). Allerdings seien die relativen Vorteile einer Behandlung mit Glucagon noch nicht ausreichend im ambulanten Umfeld untersucht worden. Dies sei nun ein notwendiger nächster Schritt, so die Forscherin.

Die Untersuchung konnte dennoch zeigen, dass Patienten, die mit beiden Hormonen behandelt wurden, deutlich geringere Zeitspannen unter einem Blutzuckergehalt außerhalb des Normbereichs lagen. „Während der Untersuchung erlitt keiner der mit der Dual-Hormon-Methode behandelten Patienten eine behandlungsbedürftige nächtliche Hypoglykämie“, bestätigte auch Ahmad Haidar vom IRCM. Bei der Therapie mit einer herkömmlichen Insulinpumpe gab es in 16 Prozent der Nächte Handlungsbedarf wegen eines Unterzuckers, bei der Ein-Hormon-Methode in 4 Prozent.

„Die meisten Hypoglykämien geschehen in der Nacht“, meinte Dr. Laurent Legault, pädiatrischer Endokrinologe im Kinderkrankenhaus in Montréal und ebenfalls Autor der Studie, die im Journal Lancet Diabetes & Endocrinology erschienen ist. Die Ängste um den bedrohlichen Unterzucker sorgen für viel Stress innerhalb der Familie, so der Mediziner. Mit dem System wäre dieser vermeidbar.

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