Wissenschaft

Inkontinenz nach Entbindung oft dauerhaft

Schwangerschaft und Geburt können ein möglicher Faktor sein, der zur Entstehung einer Harninkontinenz führt. Ein britisch-neuseeländisches Forscherteam hat in einer zwölf-Jahres-Analyse untersucht, wie die Geburt sich auf diese Beschwerden auswirkt.

Knapp 8.000 Mütter wurden vom Team um Professor Christine MacArthur an der Universität Birmingham in die Untersuchung einbezogen. Dafür sollten diese nach drei Monaten, nach sechs und dann noch einmal nach zwölf Jahren einen Fragebogen ausfüllen und so Auskunft über Symptome der Inkontinenz geben. Bei der letzten Befragung litten 53 Prozent unter einer Inkontinenz, allerdings nahm auch nur noch knapp die Hälfte der Frauen an der Befragung teil. 38 Prozent dieser Frauen hatten bereits in einer der vorangegangenen Befragungen angegeben, unter einer Inkontinenz zu leiden, bei ihnen handelte es sich also um eine persistierende oder andauernde Inkontinenz. Unter einer Belastungsinkontinenz (Urinabgang beispielsweise beim schweren Heben oder Lachen) litten 54 Prozent der Befragten, bei 33 Prozent handelte es sich um eine Mischung aus Stress- und Dranginkontinenz (plötzlicher starker Harndrang mit Urinabgang), knapp zehn Prozent gaben an, unter einer reinen Dranginkontinenz zu leiden.

Hatten Frauen in der ersten Befragung angegeben, bereits unter einer Inkontinenz zu leiden, so war diese in 76 Prozent der Fälle nach zwölf Jahren noch vorhanden. Dabei spielt auch die Anzahl der Geburten eine Rolle. Mütter mit einem Kind litten in 32 Prozent der Fälle unter einer persistierenden Inkontinenz, bei Müttern mit vier oder mehr Kindern waren es 42 Prozent. Frauen, die mittels Kaiserschnitt entbanden, litten seltener unter Belastungsinkontinenzen oder der Mischform. Wurde jedoch ein weiteres Kind auf natürlichem Weg entbunden, glich sich die Inkontinenzrate wieder an.

Über 90 Prozent der Frauen gaben an, dass die Inkontinenz ihre Lebensqualität, teils erheblich, beeinträchtigte. Nur 5,5 Prozent fühlten sich durch die Erkrankung nicht eingeschränkt. Tägliche Inkontinenzprobleme gaben 204 Frauen an, von diesen wurden jedoch nur 18 behandelt. Sechs unterzogen sich einer Operation, sechs nahmen eine medikamentöse Therapie in Anspruch und sechs bekamen physiotherapeutische Maßnahmen.

Inwieweit die Daten die durch den hohen Verlust an Teilnehmerinnen verfälscht wurde, konnten die Forscher nicht eindeutig klären. Frauen mit Inkontinenzproblemen seien eher geneigt, Fragen zu Inkontinenzsymptomen zu beantworten, meinten die Forscher. Umzüge und Adresswechsel seien jedoch auch ein Grund für den Streuverlust.

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