Kostenträger

Fresenius: Patientenversorgung aus einer Hand

Das Gesundheitsunternehmen Fresenius Kabi möchte einen Care-Manager einführen, um die einheitliche Versorgung der Patienten sicherzustellen. Der in Deutschland führende Anbieter für Ernährung, Infusionen, Arzneimittel und Medizinprodukte plant die Einführung eines eigenen Gesundheitslotsen bereits für nächstes Jahr.

Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus stehen viele Patienten oft vor der Frage, wie die Versorgung optimal fortgeführt werden soll. „Sich in dem Dschungel der Zuständigkeiten zurechtzufinden, ist für viele Menschen eine Herausforderung“,  meint Frank Lucaßen, Geschäftsführer von Fresenius Kabi. Der Konzern, der rund 400 Pflegekräfte im Bereich Homecare beschäftigt, verfolgt deshalb die Idee einer zentralen Steuerung. „Ideal wäre es, wenn Patienten, die zuhause oder im Altersheim betreut werden, eine Art Care-Manager zur Seite stünde, der für alle Fragen rund um die ganzheitliche Versorgung von Patienten ansprechbar ist“, so Lucaßen. „Das kann die Pflegekraft vor Ort sein, die ohnehin für uns im Einsatz ist, oder auch eine andere Person per Service-Telefon.“ Der Versorgungsprozess könnte so aus einer Hand koordiniert werden. „Und wir gehören zu den wenigen Unternehmen, die die ganze Prozesskette abbilden können.“ So stehen die Pflegekräfte von FresuCare bereits jetzt für Fragen rund um die vom Unternehmen hergestellte parenterale oder enterale Ernährung sowie die angebotenen Hilfsmittel zur Wundversorgung zur Verfügung. Der Zukauf vom Großhandel Medi1one stellt außerdem die Versorgung mit Medizinprodukten sicher.

Zur Umsetzung des Modells eines Care-Managers, müssten zunächst die Krankenkassen gewonnen werden, da diese die Leistungen zukünftig übernehmen sollen. Die bisherigen Gespräche seien durchweg positiv gewesen, meinte der Geschäftsführer Lucaßen. Die Barmer GEK bestätigte nach Rückfragen des Handelsblatts, dass es Gespräche gegeben hat. Positionieren wolle sich die Krankenkasse aber vorerst nicht.

Der größte Wettbewerber am Markt, die Firma GHD aus Ahrensburg, beschäftigt im Bereich Homecare bundesweit mehr als 900 Kräfte. Der Vorstandsvorsitzende Andreas Rudolph sieht die Pläne von Fresenius aber durchaus positiv: „Es tut dem Markt grundsätzlich gut, wenn sich große Unternehmen engagieren. Das erhöht die Sichtbarkeit bei der Politik.“

2016 will Fresenius Kabi als Patientenlotse für seine rund 200.000 eigenen Patienten starten. „Wenn das Modell funktioniert, kann die Patientenversorgung in Deutschland deutlich verbessert werden“, meint Lucaßen. „Wenn nicht, haben wir zumindest die Prozesse bei Fresenius Kabi unsere Prozesse deutlich optimiert.“

 

 

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