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Optimiertes Entlassmanagement: Krankenhaus darf Hilfsmittel verordnen

Am 11. Juni 2015 hat der deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-VSG) verabschiedet. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Anspruch der Versicherten auf ein Versorgungsmanagement, das die sachgerechte Anschlussbehandlung sicherstellen soll. Auch die Optimierung des bisherigen Entlassmanagements ist Teil des neuen Gesetzes. So können die Krankenhäuser nun unter anderem Verordnungen ausstellen, um die Versorgung der Patienten für bis zu sieben Tage nach der Entlassung sicherzustellen.

Bisher mussten Patienten, die nach der Entlassung Hilfsmittel für die häusliche Umgebung brauchten, direkt im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt zu ihrem behandelnden Arzt, um sich dort die benötigte Verordnung ausstellen zu lassen. Medikamente durften von der Klinik für höchstens drei Tage mitgegeben werden. Durch das nun beschlossene GKV-VSG wird dem Patienten der Schritt in die ambulante Versorgung deutlich erleichtert. Auch das Krankenhaus ist nun berechtigt, Verordnungen über Hilfs- oder Heilmittel sowie Verbandmaterial für einen Zeitraum von bis zu sieben Tagen auszustellen. Auch Arzneimittel dürfen als Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß der Packungsgrößenverordnung verschrieben werden. Das Krankenhaus darf außerdem eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu sieben Folgetage nach dem stationären Aufenthalt ausstellen.

„Die Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor und die lückenlose Versorgung soll durch die Anpassung der Rahmenbedingungen des Krankenhaus-Entlassmanagements verbessert werden“, heißt es im Bericht des Deutschen Bundestages. Die Aufgaben des Entlassmanagements können nach Vereinbarung mit dem Krankenhaus auch von anderen Leistungserbringern erbracht werden. Insbesondere Homecare-Unternehmen haben auch schon vor dem Gesetzesbeschluss dafür gesorgt, dass die notwendigen Hilfsmittel schon am Tag der Entlassung beim Patienten sind. Weitere Einzelheiten zur Zusammenarbeit der Leistungserbringer mit den Krankenkassen sollen bis Ende 2015 in einem Rahmenvertrag geregelt werden.

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