Kostenträger

Bremen verteilt Pflegekosten neu

Wie die Senatorin Anja Stahmann (Die Grünen) am 21. April in einer Pressemitteilung erklärte, werden die Kosten der Altenpflegeausbildung in Bremen künftig über ein Ausgleichsverfahren unter allen Einrichtungen der Altenpflege verteilt. Somit beteiligen sich auch Träger von ambulanter und stationärer Altenpflege, die selbst nicht ausbilden. So soll gleichzeitig mehr Gerechtigkeit unter den Trägern hergestellt und die Zahl der Ausbildungsplätze erhöht werden.

Das Vorgehen ist auf Grundlage bestehender Gesetze möglich, aber auch an strenge Vorgaben geknöpft. So müsse ein bestehender oder drohender Mangel an Ausbildungsplätzen und Fachkräften nachgewiesen werden. Diesen Nachweis hat zuletzt ein Gutachten des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen erbracht. Laut Gutachten konnte auch eine Aufstockung der Erstausbildungsplätze von 50 auf 120 innerhalb der vergangenen fünf Jahre keine bedarfsgerechte Versorgung auf mittlerer Sicht sicherstellen. Stattdessen müssten pro Jahr mindestens 250 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, sonst drohe im Jahr 2025 ein Mangel von mindestens 700 Kräften in der Altenpflege.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in Bremen in den kommenden Jahren stetig zunehmen, da die Zahl der hochbetagten Menschen über 80 wächst. Dies mache der so genannte „Greying-Index“ deutlich, der den Anteil der über 80-jährigen unter allen Menschen über 65 Jahren angibt. In Bremen liegt er zurzeit noch unter 40 Prozent, wird bis 2020 aber auf über 50 Prozent steigen.  Laut Daten der Pflegestatistik arbeiteten 2013 in Bremen rund 2.100 staatlich anerkannte Altenpflegefachkräfte, 1.150 Gesundheits- und Krankenpflegekräfte sowie etwa 1.000 staatlich anerkannte Altenpflegehilfskräfte.

Die Ausbildungsvergütung beträgt bei tariflicher Entlohnung, abhängig vom Ausbildungsjahr, zwischen 976 und 1.138 Euro pro Monat. Insgesamt soll ein Finanzvolumen von knapp vier Mio. Euro umverteilt werden.

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