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2014: Ein Viertel der Anträge auf Pflegestufen abgelehnt

Die Pflegekassen lehnten im Jahr 2014 fast ein Viertel der auf eine Pflegestufe gestellten Anträge ab, das berichtete die Saarbrücker Zeitung. In den letzten zehn Jahren erhöhte sich die Anzahl der Ablehnungen um nahezu 20 Prozent. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, um die Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zu optimieren.

Insgesamt 237.255 Ablehnungen auf Pflegestufenanträge gab es im Jahr 2014, damit wurden 24,8 Prozent der Gesuche im letzten Jahr negativ bewertet. Diese Zahlen erfuhr die Saarbrücker Zeitung auf Anfrage von der Linksfraktion im Bundestag. Seit 2005 hat sich die Zahl der abgelehnten Anträge damit um 20 Prozent erhöht. Auch die Zahl der Widersprüche gegen die Urteile des MDK hat sich gesteigert. Wurde 2005 noch in 90.000 Fällen Veto eingelegt, so wurden 2013 23 Prozent mehr, also 109.000 Widerspruchsbegutachtungen angefordert.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Sabine Zimmermann, meinte dazu, es sei „bitter, durch das starre Raster der Kriterien zur Pflegebegutachtung zu fallen.“ Das zentrale Steuerungsinstrument in der Pflegeversicherung sei Geld und so sollten Kosten eingespart werden. Die Bundesregierung erarbeitet momentan einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der auch ein überarbeitetes Begutachtungssystem mit sich bringen soll. Dafür wurden Anfang 2014 zwei Erprobungsstudien in Auftrag gegeben. Durch diese sollen unter anderem mögliche Probleme bei der Prüfung der Pflegebedürftigkeit herausgestellt werden. Ende April 2015 wurden die Ergebnisse der Studien an das Begleitgremium übergeben.

„Damit die Verbesserungen in der Pflege schnell bei den Pflegebedürftigen ankommen, machen wir Tempo“, meint Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). „Wichtig ist, dass die Selbstverwaltung die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs zügig vorbereitet. Deshalb erteilen wir dem GKV-Spitzenverband schon jetzt den Auftrag, mit den Vorarbeiten zu beginnen. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, damit der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff 2017 Wirklichkeit werden kann.“ Insbesondere der Pflegebedarf von Menschen mit psychischen oder kognitiven Einschränkungen soll deutlich verbessert werden.

 

 

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