Kostenträger

Stiftung Warentest: Pflegetagegeldversicherungen

Die gesetzliche Pflegeversicherung allein reicht nicht aus, um die Kosten zu decken, die im Fall einer Pflegebedürftigkeit anfallen. Die Stiftung Warentest hat nun Pflegezusatzversicherungen geprüft und ermittelt, inwieweit die vertraglich angebotenen Leistungen der verschiedenen Versicherungspolicen den tatsächlichen Bedarf decken können.

88 Pflegegeldtarife von 29 Anbietern wurden von der Stiftung Warentest untersucht. Mit „sehr gut“ oder „gut“ wurden 83 der Versicherungen bewertet. Im Fokus stand das Leistungsniveau. Untersucht wurden ungeförderte sowie staatlich unterstützte Versicherungen, aber auch Kombitarife. Verglichen wurde anhand gleicher Beitragszahlen von Modellkunden – bei einem Abschluss mit 55 Jahren wurde ein Beitrag von 87 Euro, bei einem Abschluss mit 45 Jahren ein Beitrag von 56 Euro gerechnet.

„Ein guter Tarif soll die Versorgungslücke möglichst günstig schließen“, meinte Projektleiterin Sabine Baierl-Johna. Diese liegt zwischen 540 und 2.000 Euro monatlich. Die ungeförderten Versicherungen und die Kombitarife können dies leisten. Die staatlich subventionierten Policen, auch „Pflege-Bahr“ genannt, da sie 2013 vom damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr eingeführt wurden, reichen in keinem Fall aus. Sinnvoll scheinen diese nur, wenn durch Vorerkrankungen der Abschluss einer ungeförderten Zusatzversicherung nicht in Frage kommt. Vom PKV-Verband wurde dieses Ergebnis kritisiert, da nur anhand von zwei Modellkunden untersucht wurde. „Damit wird man Pflege-Bahr-Tarifen nicht gerecht“, meinte Verbandssprecher Stefan Reker.
Die Pflegetagegeldversicherung kommt zum Einsatz, wenn der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) eine Pflegebedürftigkeit festgestellt hat. Die tatsächlichen Pflegekosten sind allerdings, anders als bei der Pflegekostenversicherung, nicht von Bedeutung, es zählen die Pflegestufe und Versorgungsform.

„Vor allem in den unteren Pflegestufen soll das Geld reichen, denn über 80 Prozent aller Betroffenen haben die Einstufung I und II“, so Baierl-Johna. Die Zusatzversicherung ist zur Kostendeckung notwendig, obwohl die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung Anfang 2015 ausgeweitet wurden. So können nun beispielsweise auch Patienten mit der Stufe 0 die Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen. Die Stufe 0 zeigt an, dass beispielsweise ein Demenzpatient in der Lage ist, sich selbstständig zu versorgen, aber dennoch nicht allein gelassen werden kann. Auch der Selbstbehalt beim Elternunterhalt wurde 2015 erhöht.

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