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NRW: Akademisierung der Gesundheits- und Pflegeberufe

Zehn bis 20 Prozent der Fachkräfte in der Pflege und in anderen Gesundheitsberufen sollen zukünftig akademisch ausgebildet sein, diese Empfehlung gab der Wissenschaftsrat schon 2012. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) fordert nun weitere Schritte zum Erreichen dieses Ziels. Seit 2010 werden in Nordrhein-Westfalen bereits Modellstudiengänge aus dem Gesundheitssektor angeboten und bieten parallel zur Berufsausbildung einen Bachelorabschluss.

Elf Bachelorstudiengänge an sieben verschiedenen Hochschulstandorten werden im Bundesland Nordrhein-Westfalen bereits angeboten. In der Logopädie, der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Hebammenkunde und den Pflegeberufen laufen die Berufsausbildung und das Bachelorstudium so parallel. Rund 1.550 Studierende waren Ende 2014 eingeschrieben, 500 Studienplätze stehen jährlich zur Verfügung. Zukünftig sollen zehn bis 20 Prozent der Fachkräfte eine akademische Ausbildung absolviert haben, das fordert die Grünen-Politikerin Steffens in Anlehnung an eine Empfehlung des Wissenschaftsrats, des wichtigsten wissenschaftlichen Beratergremiums der Politik.

„Die Studierenden erwerben neben der beruflichen Ausbildung zusätzliche Kompetenzen wie etwa Schnittstellen- oder Qualitätsmanagement, Entwicklung und Auswertung von praxisbezogenen Forschungsprojekten oder auch Steuerung von interprofessionellen Teams“, so Steffens. Dies seien für die zukünftigen Anforderungen an die Gesundheitsfachberufe unverzichtbare Fähigkeiten. „Der Bund muss endlich die Akademisierung gemeinsam mit der Reform der Pflegeausbildungen neu regeln“, so die Gesundheitsministerin während der Vorstellung erster Bewertungen der Modellstudiengänge. Dies sorge nicht nur für eine Steigerung der Attraktivität durch beispielsweise vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, es sei auch notwendig, um praxisnahe Forschung betreiben zu können oder wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell in die Praxis umsetzen zu können. „Wir brauchen multiprofessionelle Teams, in denen Menschen verschiedener Berufe und mit unterschiedlichen Qualifikationen auf Augenhöhe zusammenarbeiten, um die Versorgungsqualität im Sinne der Patienten zu verbessern“, meint Steffens.

Auch in Baden-Württemberg schreitet die Akademisierung der Gesundheitsberufe voran. Für die Bereiche Pflegewissenschaft, Physiotherapie und Hebammenwesen soll es bereits im Wintersemester 2015/2016 die ersten Studienplätze geben. „Wir müssen weg von einer arztzentrierten hin zu einer interdisziplinären Versorgungsstruktur“, begründete die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Bärbl Mielich.

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